Energiewende in Deutschland – Oliver Opel // #SFTF

Shownotes

In dieser Folge diskutieren Prof. Oliver Opel und seine Kollegin Lena Thiessen vom Institut für die Transformation des Energiesystems an der Fachhochschule Westküste über den aktuellen Stand der Energiewende, Herausforderungen bei der Fachkräftegewinnung und die entscheidende Rolle neuer Technologien.

Mit fundierten Einblicken in Energieeffizienz, Wärmewende, Speicherlösungen und den Einsatz von Wasserstoff geben sie einen Überblick über die wichtigsten Entwicklungen. Zudem werfen sie einen Blick darauf, welche Kompetenzen und Berufe in Zukunft besonders gefragt sein werden – und was Unternehmen tun können, um Fachkräfte zu gewinnen.

Spannende Zahlen, pragmatische Lösungsansätze und ein kritischer Blick auf politische Rahmenbedingungen machen diese Episode zu einem Must-Listen für alle, die sich mit der Zukunft der Energieversorgung beschäftigen.

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Perfekt, also Lena und ich sind vom Institut für die Transformation des Energiesystems in Heide an der Westküste von der FA Westküste und wir haben heute hier so eigentlich ein paar Kurzvorträge für euch gehabt zum Thema Energiewende, Energiewendetechnologien, die wir auch auf der Powernet gehalten haben.

Wir haben uns jetzt heute hier konzentrieren müssen auf zwei Themen, nämlich einmal einen Überblick sozusagen zur Energiewende und dann zu dem Thema wer macht es eigentlich, das Thema Fachkräfte.

Kann man mich verstehen, ja?

Das Thema Fachkräfte ist ein ganz virulentes.

Wer von ihnen arbeitet in einem Unternehmen, wo das Thema Fachkräfte jeden Tag an der Tagesordnung ist?

Okay, also zumindestens die, die die Hand heben, also schon ein erklecklicher Anteil.

Das ist sehr sehr spannend.

Lena hat sehr sehr viel Expertise im Bereich Social Media, Fachkräfteakquise und forscht bei uns am Institut, eben an dem Thema, welche Kompetenzen brauchen wir heutzutage eigentlich, gerade eben für die Energiewende, gerade im Wasserstoffbereich und ich starte jetzt mal mit einem kleinen Überblick für euch, wie das mit der Energiewende überhaupt gehen soll.

Wahrscheinlich erzähle ich vielen von euch da gar nichts wahnsinniges Neues, also ihr wisst wahrscheinlich das meiste davon, aber wenn man eben auf, nächste Folie dauert einen Moment, genau, wenn man insgesamt auf den Status der Energiewende drauf guckt, dann kann einem da echt noch ein bisschen Angst und Bange werden.

Wir verbrauchen immer noch 3200 Terawattstunden Primärenergie und erneuerbar erzeugt davon werden bislang eben erst ungefähr 17 Prozent.

Die Elektrifizierung ist erst 10 Prozent vorangestritten und klar geht da eine Menge vorwärts im Moment, klar geht gerade bei der Solarenergie eine Menge vorwärts, aber wenn wir diesen riesengroßen, noch konventionell fossil, sozusagen bereitgestellten Anteil uns angucken, dann kann man da schon Zweifel kriegen, wie das gehen soll.

Wenn man da mal reinguckt, dann sieht man, wie schlecht die fossile Stromerzeugung eigentlich ist, von der Effizienz her.

Also wir haben mit diesen bisschen erneuerbaren Strom, 260 Terawattstunden, die da erzeugt worden sind, das ist 2023, schon 60 Prozent des erzeugten Stroms abgedeckt, für die restlichen 40 Prozent wird dann aber Kohle oder Gas verfeuert und das hat dann einen Primärenergiebedarf zur Folge von 840 Terawattstunden.

Also die erneuerbare Energieerzeugung dadurch, dass eben Arbeitskraft, Wind, Sonne direkt in Strom gewandelt wird, keine Verluste dabei entstehen, ist einfach um den Faktor 3 mindestens effizienter.

Bei den Kraftstoffen ist das natürlich genauso und ein ganz ganz großer Anteil ist ja, wie ihr wisst, die Wärme.

Wärme ist der größte Anteil am Nutzenergiesektor, fast dreiviertel der Nutzenergie ist Wärme und beim Primärenergiebedarf immerhin fast die Hälfte.

Deswegen ist die Wärmewende so ein wahnsinnig wichtiges Thema.

Wir sind bei der Stromwende mit den 60 Prozent eben schon relativ weit, aber eben bei der Wärmewende noch überhaupt gar nicht weit.

Da kratzen wir so eben an so 20 Prozent Wärme und Kälte erneuerbar und da sind aber natürlich auch ganz große Energieeffizienzpotenziale zu heben, da erzähle ich euch auch nichts Neues.

Man kriegt nur mit der Wärmepumpe, erheblich vereinfacht, nur über diesen Zaubertrick Elektrifizierung mindestens einen Faktor drei weniger, also 66 Prozent weniger Endenergiebedarf nur im Wärmebereich hin, im Mobilitätsbereich genauso.

Also wenn wir das extrem vereinfachen jetzt das Thema und sagen der gesamte Verkehr kann elektrifiziert werden, Schwerlastverkehr, Schiffe, Flugzeuge sind natürlich noch weitere Themen, aber dann kommen wir auch da eben 66 Prozent im Endenergiebedarf runter.

Gleichzeitig erhöhen wir sozusagen die Effizienz in der Stromerzeugung enorm.

Wir verbrauchen nachher das Doppelte an Strom.

Also wir werden Strom nicht sparen, aber dadurch, dass wir den Strom eben erneuerbar erzeugen können, ist das letztendlich eben eine Win-Win-Win-Situation und wir kommen tatsächlich am Ende mit ungefähr 1000 Terawattstunden, das sind Milliarden Kilowattstunden, kommen wir nachher aus.

So soll das nachher aussehen, so irgendwo 1000, 1.100, 1.200, 1.300 natürlich auch je nachdem wie stark wir bereit sind uns einschränken zu wollen, das hat natürlich auch alles mit Preisen nachher zu tun, ist eigentlich der Energieanteil, den wir tatsächlich nachher noch brauchen und das ist dann ein Drittel von dem, was jetzt heutzutage sozusagen noch verfeuert wird.

Wir haben ja vorhin gesehen, das meiste wird tatsächlich noch verfeuert, nur ein ganz ganz kleiner Anteil, zehn Prozent ist elektrifiziert und die restliche Biomasse, die wir jetzt haben, die wird am Ende auch verfeuert und das muss natürlich aufgeweitet werden.

Das sind die Ausbaupotenziale, die eben diese Bundesregierung 2023 dann das erste Mal auch in der ordentlichen Größenordnung veröffentlicht hat und daran wird eben gearbeitet.

Wir haben natürlich noch die Themen Netzausbau und so weiter und so weiter.

Ein großes Thema ist auch, wie viel Wasserstoff steckt hier eigentlich drin, komme ich gleich vielleicht noch kurz dazu.

Wichtig ist das, was wir nicht brauchen, ist die Abwärme.

Von diesen 3.200 Terawattstunden Primärenergiebedarf, der auf der ersten Folie war, ist eigentlich zwei Drittel Abwärme, die wir nicht nutzen können, weil die irgendwo entsteht, wo eben keine Gebäude in der Nähe sind und so weiter und so weiter.

Also eigentlich geht es darum, Abwärme zu vermeiden, wo es geht, Abwärme zu nutzen und den Rest über Strom zu machen.

Soweit so bekannt wahrscheinlich auch.

Die nächste Folie dauert wieder ein bisschen, weil die etwas kompliziert ist.

Also da habe ich mal eines der großen Probleme sozusagen bei dieser strombasierten Wind- und solarbasierten Energiewende versucht, auf die Folie zu packen.

Ich hoffe der PC lädt jetzt.

Aha, so geht es also manuell, drahtlos, ist immer noch nicht so einfach.

Das war der Herbst 2022 und ich weiß nicht, ob ihr euch noch erinnert, im Herbst 2022 war es sehr früh, sehr, sehr, sehr kalt und ich beobachte das.

Ich wohne eben in Heide, sozusagen an der Westseite von Heide und man kann dann sehen, wie sozusagen die Kälte, der Nebel, absolute Windstille herrscht.

Ich gucke sozusagen von da, wo ich wohne, eben auf mehrere Windparks und man sieht, es tut sich gar nichts.

Und in dieser Situation 2022 normalerweise lässt sich mit Wind super gut Wärme erzeugen.

Also wenn man Wind und Sonne vergleicht, ist völlig klar, Sonne und Wärmebedarf geht nicht unbedingt einher.

Wenn es warm ist, brauchen wir keine Wärme.

Wind passt eigentlich enorm gut zu Wärmeversorgung.

Wenn man sich das über das Jahr anguckt, hat man tatsächlich dann, wenn man die Wärme braucht, auch viel Wind.

Gemittelt über Deutschland oder Europa kommt das gut hin.

Aber was eben vorkommen kann, ist diese Situation.

Es ist wahnsinnig kalt, der Energieverbrauch geht in die Höhe und wir haben den Wind einfach nicht.

Und ihr kennt auch alles das, was in den Medien daraus geworden ist.

Da wird jetzt Kohle verfeuert und so weiter.

Stimmt alles.

Also wir haben hier, das ist genau dieser Bereich hier, über fast drei Wochen keine vernünftige Winderzeugung gehabt.

Natürlich auch keine Sonne.

Man sieht hier Photovoltaik, eigentlich schöne Mittagsspitzen, die die Mittagszeit eben den Strom, den wir da zur Spitzenzeit verbrauchen, decken soll, ist hier nicht vorhanden.

Stattdessen eben sehr sehr viel Kohle und wir haben auch noch hier Erdgas verfeuert, was zu dem Zeitpunkt auch schon sehr sehr teuer war.

Also wahnsinniges Problem.

Ja, wie machen wir das jetzt?

Spätestens da kommt Wasserstoff eben auch ins Spiel zukünftig.

Vielleicht nicht nur Wasserstoff.

Ein großes Thema ist die Bioenergie natürlich noch.

Komme ich gleich noch zu.

So soll das Ganze dann 2042 aussehen. 2042 sollen dann über 80 Prozent aus Sonne und Wind kommen, der Energie und des Stroms.

Und das bedeutet auch, wir haben dann einen doppelt so hohen Strombedarf in 2042.

Das heißt aber auch, dass im Prinzip die Kraftwerke, die eben nicht Sonne und Wind sind, dann viel viel mehr Strom erzeugen müssen während solcher Schwachwindzeiten im Winter.

Und eine weitere Problematik ist, ich weiß nicht ob ihr das wisst, die Tiefdruckgebiete, die ziehen ja langsamer durch den Klimawandel.

Das heißt, früher hatten wir regelmäßig abwechselndes Wetter zwischen Hochdruck und Tiefdruck, mal Wind, mal Sonne, abwechselnd.

Es kommt jetzt öfter vor, dass diese Tiefdruckgebiete genauso wie Hochdruckgebiete länger stationär sind.

Das heißt, wir werden diese Situation bekommen, dass wir viel Strom brauchen und aber wenig Winderzeugung haben.

Ausnahmsweise, das ist ganz ganz selten der Fall.

Diese Dunkellauten früher sind die alle fünf bis zehn Jahre vorgekommen.

Jetzt kann man die schon mal so alle zwei Jahre sehen.

Wir hatten jetzt 2023, 2024 nicht ganz so lange Zeiten.

Aber wenn das mal extrapoliert, brauchen wir im Prinzip Kraftwerk in der Größenordnung 100 Gigawatt, die dann einfach sozusagen die Energie bereitstellen.

Und ich weiß nicht, wer von euch das verfolgt hat, Kraftwerksstrategie, wie viel Gigawatt zusätzliche Gaskraftwerksleistung soll das sein hauptsächlich, ist da jetzt im Moment so avisiert.

Wer hebt die Hand bei 10 Gigawatt?

Wer hebt sie bei 20?

Genau, das stimmt. 30, 40, 50 und so weiter alles nicht.

Also 20 Gigawatt ist da jetzt avisiert.

Das ist natürlich nur ein erster Schritt, um jetzt erst mal den nächsten Schritt in den Kohleausstieg zu gehen und so weiter und so fort.

Am Ende sind wir damit noch lange nicht.

Die Frage ist natürlich, was kostet das alles?

Auch heiß diskutiert.

So, genau.

Was können wir machen?

Wir haben auf der einen Seite die Option Kurzzeitspeicher, Batterien.

Ich weiß nicht, ob ihr da auch entsprechend im Film seid sozusagen.

Batterien sind im Moment in einem exponentiellen Wachstum weltweit.

Ähnlich wie Solar und Wind eben schon seit längerem.

E-Mobilität weltweit auch.

Insofern weltweit ist die Energiewende ungebrochen.

Bei Batterien gibt es vor allen Dingen im Moment einen extrem starken Preisverfall.

Ich weiß nicht, wer hat sich von euch Speicherkapazität angeschafft im letzten Jahr?

Können Sie mal, haben wir ein Mikrofon?

Drittel wenige.

Was haben sie bezahlt pro Kilowattstunde?

Okay, das ist immer noch viel.

Wie viel Kilowattstunden Speicher waren da drin?

Wie viel?

93 Kilowattstunden?

93 kW.

Achso, das war PV.

Haben sie einen Speicher dazu installiert?

Wie viel kWh hatte der Speicher?

Aber das ist ein Unternehmen, ja?

Also 30 kWh Speicher oder sowas.

Also das geht so in Richtung, hatten Sie die Hand nach oben?

Wie viel haben sie bezahlt pro kWh Speicher?

Also ich habe zu Hause 10 kWh Batteriespeicher.

Das war vor drei, vier Jahren hat man so 1000, 1200, 1300 Euro pro kWh installiert bezahlt.

Im 10 Megawatt Maßstab sollen im Moment Batteriespeicher auf Netzebene so ungefähr 800 Euro pro Kilowattstunde noch kosten.

Wenn man so mit Projektieren plant, da ist natürlich ein Umspannwerk drin, da sind die AC-Schaltanlagen drin, alles wahnsinnig teuer.

Ich habe mir jetzt jüngst eine Lithium-Eisenphosphat-Batterie gekauft, eine Kilowattstunde für 180 Euro.

Mit Batteriemanagementsystem kann man direkt an 12 Volt anschließen, laden, entladen bis zu 100 Ampere, also hat auch 1 kW Leistung.

Das war ein Sonderangebot, aber das ist sozusagen die Richtung, die diese Batteriespeicher nehmen durch die enorm starke Produktion.

Ähnlich vielleicht wie bei Solar.

Ich weiß nicht, ob Ihnen das bekannt ist bei Solar.

Ich muss jetzt so langsam ein bisschen auf die Zeit achten, ich komme ins Quatschen hier.

Bei Solar ist es so, selbst wenn die Energiewende ihren exponentiellen Anstieg über 2030 aus weiter weltweit beibehält, wird China noch 40 Prozent Überkapazitäten in der Solarproduktion haben.

Und wahrscheinlich so ähnlich wird das auch im Batteriesektor werden, weil wahnsinnig viel investiert wurde.

Was ich sagen will, diese Batterien werden enorm günstig werden.

Wir werden ungefähr 200 Gigawatt Batterie auf Netzebene haben.

Die hält aber natürlich den ganzen Winter nicht durch.

So eine Batterie, die kann maximal einen Tag puffern.

Das ist schon viel, eigentlich ein paar Stunden bis maximal einen Tag.

Zu rechnen haben wir damit Kosten so 50 bis 100 Milliarden Euro um und bei.

Wenn man jetzt den ganzen Winter mit einer Batterie auskommen wollen würde, dann würden wir nicht bei Milliarden liegen, sondern bei Billionen, nur für die Batterie.

Wir brauchen ungefähr 40 Terawattstunden Speicherkapazität für diese Dunkelflautensituation. 40 bis 60 Terawattstunden Speicherkapazität.

Wenn Sie das mit Batterien machen wollen, dann haut das nicht hin, dann ist das nicht zu investieren.

Dafür brauchen wir Langzeitspeicher, die es in großer Menge gibt.

Wir haben Gasspeicher, das wissen Sie vielleicht.

300 Terawattstunden Erdgas können gespeichert werden und man kann diese Speicher nutzen für Wasserstoff.

Wasserstoff hat natürlich einen geringeren Energieinhalt, ungefähr ein Drittel.

Dafür fließt es schneller, das ist dann wieder für die Netze wichtig und so weiter.

Wir schaffen es, 90 Terawattstunden Wasserstoff sozusagen in diese Speicher einzuspeichern.

Wenn wir das Netz haben, die sind alle umgerüstet und so, es dauert natürlich auch noch ein bisschen.

Vor allen Dingen haben wir die Elektrolyseure ja noch nicht, das ist Ihnen bekannt.

Also wir haben den Strom noch nicht so richtig, wir haben die Elektrolyseure noch nicht, die Speicher hätten wir und das ist ein ganz großer Vorteil eigentlich dieser Technologie, weil man die Speicher nicht bauen muss, man muss sie nur erschließen und umbauen.

Ungefähr 200 Milliarden Euro kostet diese ganze Wasserstofftechnologie.

Inklusive Elektrolyse, das ist aber auch schon sozusagen unter der Voraussetzung, dass gewisse Skaleneffekte eintreten.

Im Moment kostet eine Elektrolyse pro Kilowattleistung noch so 1800 Euro, 1500 Euro.

Eine PEM Elektrolyse, das wird aber eben auch entsprechend deutlich günstiger.

Dann sind wir, Sie können im Kopf ja mal mitrechnen, wo wir so jetzt im Moment sind, wir sind noch unter 500 Milliarden Euro.

Der große Anteil, der große Anteil der, der tatsächlich teuer ist, das haben Sie alle gehört, sind die Netze.

Weil eben wir diese stark fluktuierenden Einspeiser ja anschließen müssen, die haben große Leistungen, die sozusagen nur 1000, 2000, 3000 Stunden pro Jahr anstehen.

Deswegen brauchen wir große Netzkapazität.

Das kostet tatsächlich eine halbe Billion Euro.

Das sind aber natürlich Kosten und das muss man wissen, die sich 30, 40, 50 Jahre lang bezahlt machen können.

Das ist das Wichtige.

Also die Netze, die wir jetzt nutzen, die sind ja auch nicht 2000 erst gebaut worden.

Das heißt, es ist eine Investition, eine echte Investition, wenn man das jetzt mal auf den Strombedarf tatsächlich, den wir dann nachher haben werden, umlegt und dann eben auf die Laufzeit dieser Investitionen umlegt, dann kommt man da auf relativ sinnvolle Zahlen.

Wenn man davon ausgeht, dass die Elektrizitätsproduktion ungefähr sechs Cent kostet, dann kosten diese 500 Milliarden Euro für diese Netzinvestitionen umgelegt auf 20 bis 50 Jahre und auf 1000 Terawattstunden, oha, auf 1000 Terawattstunden, der MiG-Drop kommt eigentlich nachher erst, kosten gar nichts.

Was natürlich Geld kostet, wenn sie jetzt bei Tenet wären, dann würden sie natürlich sagen, was zählt ja da für ein Schrott.

Was natürlich Geld kostet, ist die jetzt schnell aufzubauen mit einem begrenzten Angebot natürlich an diesen Leistungen und eben auch einem begrenzten Ressourcenangebot.

Aber eigentlich von der Finanzierungsseite her dürfte das gar nicht das Problem sein.

Wir kommen dann auf Stromkosten, die unter zehn Cent pro Kilowattstunde liegen und damit rechnet sich dann tatsächlich auch eben eine Wärmepumpe wieder.

Und was auf der anderen Seite steht und damit will ich dann den Punkt machen letztendlich, die Frage ist ja mal, wer soll das alles bezahlen?

Wir haben ja auf der anderen Seite Einsparungen und zwar über 100 Milliarden Euro Brennstoffe, die jetzt importiert werden, die wir dann eben nicht mehr importieren müssen.

Das heißt, wenn ich diese Berechnung aufmache, dann sind wir eigentlich bei einer Amortisation dieser Investition von fünf, sechs, sieben Jahren ungefähr.

Man muss es nur tun.

Ja, das einzige Problem ist eben dieses.

Sie kennen Champagner, Wasserstoff ist der Champagner der Energiewende.

Der kommt eben nicht in die Gänge.

Ich möchte jetzt zu Lena übergeben, die erzählt uns nämlich zum Teil, warum der nicht in die Gänge kommt und diskutieren gerne dann nachher noch darüber.

Genau, bei mir hat er so halbwegs.

Ich werde sehen, ob ich das habe.

Ja, das ist ja auch eine Frage.

Ja oder vielleicht haben wir noch ein bisschen Zeit für Fragen oder Anmerkungen.

Verdauen Sie das einfach so, was ich Ihnen jetzt hier erzählt habe?

Das ist den meisten von Ihnen wahrscheinlich bekannt gewesen im Groben.

Man muss es nur öfter mal sagen, weil die Politik sich eben so ein bisschen in eine schwierige Richtung bewegt, was das was das angeht.

Also Pragmatismus ist da manchmal offensichtlich nicht so wahnsinnig viel vorhanden.

Wo wir uns in der letzten Zeit viel mit auseinandersetzen ist tatsächlich, wir werden noch kohlenstoffhaltige Produkte brauchen in Zukunft und eine große Frage ist, wo dieser Kohlenstoff am Ende eigentlich herkommt.

Also da kann man CO2 recyceln, aber es gibt viel zu wenig grünes CO2, was man recyceln könnte.

Ganz viel graues CO2, wenig grünes CO2, aber das können wir eventuell sonst nachher noch diskutieren.

Genau, vielen Dank für die technische Überleitung.

Jetzt funktioniert das Programm tatsächlich auch und ich habe tatsächlich einen nicht ganz klassischen Vortrag gebracht, sondern wie es eigentlich ankündigt war, hier soll es ja auch Slam-Beiträge geben.

Das heißt, ich berichte dann die Ergebnisse meines Projekts mal ein wenig in anderer Form.

Guten Tag, meine Damen und Herren, ich muss Ihnen leider sagen, wir haben ein Problem.

Der Klimawandel ist sehr real, wenn auch unbequem.

Wir müssen etwas ändern, so viel ist vielen klar.

Manche möchten das nicht hören, doch die Klimakrise ist traurig, aber wahr.

Ansätze zur Lösung gibt es viele und Wasserstoff ist ein wichtiger Teil davon.

Gerade hier im Norden hätten wir mit ihm viel gewonnen.

Mit den Meeren haben wir nicht nur Wasser, sondern auch große Mengen an Windenergie.

Hier gibt es sogar Sonne, nur dazu sieht man sie halt nie.

Nur reichen Wind und Wasser und Sonne leider alleine einfach nicht.

Und ein Ziel ist nur ein Ziel, egal wie oft man darüber spricht.

Was wir wirklich brauchen, sind die Menschen, die dahinterstehen, die den Aufbau der Wasserstoffwirtschaft als ihre Arbeit sehen.

Wer sind diese Menschen, werden Sie nun fragen.

Es ist unser Ziel, Ihnen genau das zu sagen.

Ich sagte unsern, ich arbeite nicht allein, sondern habe das Glück, in einem Team zu sein.

Doch ich schweife ab, verzeihen Sie mir, machen wir weiter, bevor ich den Faden verliere.

Also lassen Sie uns über Berufe reden, genauer gesagt über jene, die die Wasserstoffwirtschaft bewegen.

Verzeihen Sie mir, wenn ich an dieser Stelle nicht alle nenne, wir würden uns in einer langen Aufzählung verrennen.

Sie können sie aber, wenn der Computer mitspielt, auf dieser Grafik sehen.

Oder zumindest diejenigen von Ihnen, die weit genug vorne sitzen oder stehen.

Für jene von Ihnen auf den hinteren Plätzen möchte ich hier jedoch ein paar Beispiele setzen.

Ingenieure sind von besonderer Relevanz, insbesondere in der Elektrotechnik ist unsere Bilanz.

Dass es von Ihnen jedoch leider nicht genug auf dem Arbeitsmarkt gibt, ist ein Problem, das man heute schon in den Daten der Bundesagentur für Arbeit sieht.

Auch den Bereich Maschinenbau ist nicht zu unterschätzen.

Verfahrenstechnik und Energietechnik zusammen sind fast gleichzusetzen.

Auch die Chemietechnik und die erneuerbaren Energien sollten ebenfalls auf Ihren Listen stehen.

Anzunehmen, Wasserstoffwirtschaft beruhe nur auf Ingenieuren, wäre illusionär.

Ihre Wichtigkeit umgleich gibt es hier noch einige Berufe mehr.

Die Betriebswirtin, Informatikerin und die Wirtschaftsingenieurin sind nicht zu vergessen.

Die Technikerin, Elektronikerin und Schweißerin nicht zu erwähnen, wäre wiederum vermessen.

Die Anlagenmechanikerin, Projektleiterin und Softwareentwicklerin möchte ich diese Aufzählung eigentlich noch nicht beenden, doch die Zeit verrinnt wie Sand in unseren Händen.

Eine stellte sich bei der Betrachtung der Sternanzeigen jedoch schnell heraus.

Technische Fähigkeiten und Wissen reichen alleine einfach nicht aus.

Es sind teamfähige Köpfe mit kreativen Ideen, die heute auf der Bedarfsliste der Unternehmen stehen.

Sie möchten wissen, wo kommen all diese Sternanzeigen her?

Wir haben ein paar Karten für Sie, dort sehen Sie mehr.

Wie Sie sehen, stellt die Verteilung der Stellen je nach Bereich etwas unterschiedlich dar, doch der größte Fokus ist bisher am Süden des Landes geblieben.

Wenn man nun eine Stufe tiefer auf die Bundesländer, auf die Postleitzahlen sieht, ist zu erkennen, dass hier in bestimmten Regionen die Nachfrage besonders stark aufsteht.

Von Abschlüssen und CAP oder Führerschein oder CAD könnten wir Ihnen an dieser Stelle vieles berichten, doch es ist einfacher, dies in Tabellen zu sichten.

Wir ermitteln aber darum, dass Sie diese Berufe als Beispiele sehen, da die Lesbarkeit hier an dieser Stelle leider die Anzahl der Berufe bestimmt.

Das würde ich gerne einmal unterbrechen in dem SLAM-Vortrag, weil das tatsächlich sehr schwer in Reime zu fassen ist und einmal ganz kurz erklären, was die Daten eigentlich vor sich sehen.

Wir haben viele Sternanzeigen analysiert, mittlerweile um die 1600, ein klein wenig mehr sind es mittlerweile auch, und haben uns angesehen, welche Bereiche werden da denn eigentlich mitgebracht.

Hier sehen Sie gerade ein Beispiel zu verschiedenen Bereichen in SAP, was hier gebraucht wird und einige der wichtigsten Berufe, die wir an dieser Stelle gefunden haben.

Das heißt, Sie können eigentlich ziemlich genau ablesen in den Sternanzeigen, welche Fähigkeit im jeweiligen Bereich, im Bereich Wasserstoff, gebraucht wird oder auf der anderen Seite auch, welche Abschlüsse denn eigentlich anerkannt werden.

Denn auch hier sind Unternehmen, je nachdem wie der Fachkräftemangel gerade eigentlich aussieht, teilweise doch recht flexibel in dem was sie annehmen.

In diesem Sinne, braucht jemand diesen Abschluss oder würde auch ein anderer gehen?

Nutzt man SAP oder vielleicht ein ganz anderes System?

Braucht es einen Gabelstaplerschein oder vielleicht doch ein Zertifikat?

Ist ein Schweißschein relevant und wenn ja, welcher Art?

Eine Frage möchte ich aber kurz hier in Ihre Richtung stellen und dabei unsere Verwunderung nicht verhellen.

Wie kommt es, dass so viele von Ihnen Praktikerstellen auf die Bretter schlagen, jedoch kaum welche von Ihnen diese auch in Jobbeschreibungen als Kenntnis erfragen?

Sie müssen nun heute keine Antwort darauf geben.

Wir möchten diesen Gedanken jedoch in Ihre Hände legen.

Wenn Sie sich nun fragen, wo wollen wir mit all diesen Daten noch hin?

Sagen wir, uns kamen Netzwerkanalysen und Skill-Relatenzen in den Sinn.

Mit Mobilitätsstatistiken der Bundesagentur für Arbeit der letzten vier Jahre verbinden wir die Erkenntnisse der Stellenanzeigen der heutigen Tage.

Sollte Ihnen der Ansatz der Skill-Related-List nicht sagen, brauchen Sie nicht zu verzagen.

Wir verweisen hier auf Nefco und Kollegen, von denen kann man dazu einiges lesen.

Kurzum, es geht darum, wer dasselbe kann oder das gleiche macht und was oder ob Ihre Generation irgendetwas einander ähnlich macht.

Hier sehen Sie, wie es dann tatsächlich aussieht, wenn man das Ganze in ein Bipartals-Netzwerk legt.

Das heißt, Sie sehen im inneren Kreis die verschiedenen Berufe, wie da jetzt der Ingenieur beispielsweise und im äußeren Bereich sehen Sie die verschiedenen Kompetenzen, die dieser Beruf mit sich bringt und haben damit die Möglichkeit, tatsächlich auch zu vergleichen, welcher Beruf bringt denn eigentlich die Kompetenz mit, die ich für meine Stelle eigentlich brauche, auch wenn es vielleicht nicht der Beruf ist, den Sie ursprünglich einmal gesucht haben und haben damit natürlich auch die Möglichkeit, Weiterbildung gezielter zu steuern oder auch zu schauen, welche Berufe können wir vielleicht auch tatsächlich kombinieren oder sollten in bestimmten Projekten enger zusammenarbeiten.

Ein weiterer Punkt, der auf unserer Projektagenda steht, hat übrigens Interviews.

Hier kommt der Verweis auf Lerningen Security & Intelligentechnik noch dazu.

Wir sprachen mit Personal- und Fachbereichen, die wissen, wie die Dinge in der Praxis stehen und die Anwendung von Kompetenzen jeden Tag bei ihrer Arbeit sehen.

Was machen die, die wir jetzt richtig gut bezeichnen?

Lässt sich das Verhalten von Talenten vielleicht vergleichen?

Können wir es klastern und so beschreiben, dass wir Kompetenzen erkennen, wenn Menschen Verhalten zeigen, so dass es nicht nur heißt, jemand arbeitet gut im Team, sondern wir wissen wirklich, welche Verhaltensweisen dahinter stehen.

Denn eines müssen wir am Ende des Tages leider eingestehen, es ist nicht sicher, dass wir alle bei dem Wort Teamarbeit dasselbe verstehen.

Denken sie nur an die Schulzeit zurück und sie werden erkennen, selbst unter Teamarbeit mag so manche Unterschiedliches benennen.

Wenn so viele über ein Wort gesprochen wird, soll eine Defizition natürlich an dieser Stelle auch nicht fehlen.

Für den Begriff Kompetenz möchten wir die von Spencer & Spencer wählen.

Kompetenzen bestehen aus Wissen und Fertigkeiten.

Zumindest sagten Spencer & Spencer das mal so gescheit.

Nimmt man nun selbst Konzept und Einstellungen wie Werte noch dazu, wird zusammen mit Eigenschaften und Motivationen daraus ein ganzer Show.

Die Kompetenzen können sie im Sinne von Fertigkeiten und Wissen natürlich sehr gut über Stellenanzeigen abfragen.

Bei den Eigenschaften und Motiven wird das schon ein wenig schwerer, das beizubringen oder von Anfang an zu sagen.

Nun bleibt die wichtige Frage, wo kommen diese Menschen her?

Wie gewinnt man sie und ist das eigentlich schwer?

Ist Wasserstoff aufgrund seiner Nachhaltigkeit vielleicht schon attraktiv genug?

Oder wäre die Annahme, sie kommen von selber zu naiv?

Darf man mal ab, wer bildet all diese Leute eigentlich aus und wie sieht die beste Art der Ausbildung aus?

Das Unternehmen oder doch das Weiterbildungsinstitut?

Wer trägt hier am Ende bei der Ausbildung eigentlich wirklich den Hut?

Das sind Fragen, zu denen kann ich Ihnen aktuell noch nicht vollständig eine Antwort sagen, aber unser Projekt ist daran, dass wir eines Tages auch hierzu die Antwort Ihnen zu sagen wagen.

Heute bedanke ich mich fürs erste für Ihre Aufmerksamkeit und stehe natürlich nachher für Fragen bereit.

Das war so weit erst mal unser Input.

Wir haben auf der Herfahrt noch viel darüber diskutiert.

Ich hatte heute Vormittag, ich bilde ja Menschen für die Energiewende aus, zwei Firmen da, die haben sich vorgestellt, wollten Fachkräfte akquirieren.

Also zwei Firmen sind getroffen auf sechs Studierende von 20, die in diesem Kurs sind.

Von diesen sechs Studierenden hatten vier schon einen Job und der andere sozusagen hatte den Vertrag in der Tasche.

Also das ist tatsächlich die Situation, die sich im Moment darstellt.

Zumindestens in dem Bereich, für den wir stehen.

Andererseits, unsere Elektrotechnik hat durch Corona einen so wahnsinnigen Abschwung in den Studierendenzahlen erfahren.

Das ist natürlich so, Elektrotechnik klingt auch irgendwie nicht so richtig modern, nicht so richtig spaßig und spannend, das ist völlig klar.

Es ist auch ein eher trockener Stoff.

Die Frage ist, wie können wir das ändern, oder?

Also ich meine, die Frage habe ich ehrlich.

Was können wir als Hochschule ändern, um Menschen mit Kompetenzen für diese Jobs, die Lena gerade vorgestellt hat, tatsächlich in größerer Zahl auszubilden.

Da müssen wir sicherlich von der klassischen Elektrotechnik weg.

Es gibt einige Leute, die sich dafür interessieren.

Es braucht natürlich irgendwo dieses Grundwissen, aber ich weiß nicht, ob sie da Ideen hätten, wie man diesen gordischen Knoten zerschlagen kann.

Also es gibt eine Methode, die würde mir jetzt als Hochschullehrer ganz gut gefallen, die würde aber wahrscheinlich anderen Leuten nicht gefallen.

In China wird es so gemacht, in Frankreich auch, dass in den Schulen relativ früh gesagt wird, du studierst Elektrotechnik, du studierst Elektrotechnik, du studierst Elektrotechnik und du studierst Verfahrenstechnik.

Das können wir natürlich nicht so richtig gut jetzt einführen.

Ich bin offen für ihre Meinung, ganz ehrlich gesagt.

Naja, ich stehe mal auf, sonst klappt das hier nicht.

Also ich wollte eigentlich eher sagen oder fragen, gibt es denn da Bemühungen an die Schulen insofern heranzutreten?

Es gibt ja so MINT-Programme und alles Mögliche, um mehr dafür zu begeistern.

Also ich sage jetzt mal so als Beispiel, ich war auf dem technischen Fachgymnasium, ich hatte Elektrotechnik als Leistungskurs und war aber das einzige Mädel in der Runde und irgendwie war es danach nicht so ganz mein Ding und schlussendlich bin ich nachher Geografin geworden und arbeite jetzt als außerschulischer Bildungspartner ganz viel zum Meer und zur Küste.

Aber Sie können noch umschulen?

Ich könnte noch umschulen, ja und bin unter anderem im einen der Wasserstoffleitprojekte, die zurzeit von der Bundesregierung gefördert werden und beschäftigen mich halt damit, wie kriegen wir die jungen Leute überhaupt dazu, in die Richtung jetzt zu wandern und was kann man, also weil wir können es ja nicht bestimmen in der Schule, aber was können wir machen, damit mehr junge Menschen sich dafür begeistern und nicht so wie ich schon in so einem Kurs sitzen und dann aber sagen, oh nee, irgendwie ist das nicht meins und ich mach doch was ganz anderes.

Ja, also wir als Hochschule machen das, wir haben verschiedene Projekte, wo wir in die Schulen gehen.

Lena, wie heißt das Projekt von Frank?

Also eine Kollegin von uns ist viel unterwegs in Grundschulbereichen, aber auch Mittelstuftbereichen und bringt jungen Menschen in ihrem Projekt Moment tatsächlich Technik, Elektrotechnik, aber auch eigentlich die gesamten Naturwissenschaften näher, macht ihr denen praktische, kleinere Projekte, die können mal Stromkreise zusammenbauen, experimentieren und lernen wirklich anhand, praktisch von Anfang an, von jungen Klassen an, was da eigentlich so passiert und können sich dahingehend dann auch schon dafür begeistern und auf den Versteckdaten eigentlich hinter.

Das heißt, wir bekommen einerseits schon dieses fachliche Wissen und andererseits aber auch etwas, das immer wichtiger wird, nämlich tatsächlich auch die Kompetenz, sich über diese verschiedenen Bereiche auszurichten, weil, wie ich vorhin sagte, wir sprechen ganz ganz viel auch mit Unternehmen und was wirklich ein Riesenthema ist, ist dieser Bereich vernetztes Denken, interdisziplinäres Kommunizieren, weil gerade im Bereich grünen Wasserstoff arbeiten auf einmal Leute zusammen, die haben vorher einfach nicht zusammengearbeitet, auch wenn Wasserstoff natürlich schon da war, aber auf einmal arbeiten sie mit erneuerbaren Energien zusammen, wir setzen Wasserstoff auf einmal auch in neuen Sektoren ein, wo wir es vorher einfach noch nicht hatten.

Das heißt, auf einmal reden Leute mit anderen Leuten, die mussten sich jahrelang nicht verstehen, die sprechen fachsprachlich gesehen völlig andere Sprachen und müssen jetzt auf einmal in ihrem Berufsleben noch lernen, miteinander zu kommunizieren, aber gerade die jüngeren Generationen können das lernen, bevor sie es brauchen und lernen es dann meistens noch ein bisschen schneller als wir.

Genau, also wir haben das natürlich stark forciert, weil wir wissen, dass das ein Thema ist.

Moin MINT heißt das Projekt, genau.

Heute morgen hatten wir MINT Mädchenmesse, die darf nicht mehr so heißen.

Wie heißt sie jetzt?

MINT Messe einfach, weil sie eben nicht nur für Mädchen ist, es waren trotzdem, ich würde fast schätzen, 100 Prozent Mädchen da, weil das natürlich ein ganz, ganz wesentliches Potenzial ist.

Es dürfen nicht nur irgendwie ein paar Jungs, die sich dafür interessieren, Elektrotechnik studieren.

Wir müssen natürlich das Potenzial der Mädchen und aller anderen Gender natürlich da auch heben.

Ein ganz, ganz wichtiger Punkt ist noch und der wird wahrscheinlich ganz, ganz viel bringen.

Das Fachwissen lässt sich ja heutzutage viel schneller und anders aneignen eben eigentlich, als das früher der Fall war.

Früher musste man es eben wirklich vorher lernen, bevor man es tut.

Ganz, ganz viel lernt, findet natürlich nachher auch unsere Jobs statt, aber durch GPT beispielsweise ist es eigentlich so, man braucht ein gewisses Grundwissen, man braucht ein gewisses naturwissenschaftliches Grundverständnis, um GPT überprüfen zu können, aber dann kann man eigentlich ja wie mit Fachkollegen auch mit dieser Maschine reden und dann sich relativ schnell, innerhalb weniger Stunden eigentlich auf den Wissensstand bringen, den man dann auch wieder mit Fachkollegen diskutieren kann und ich glaube, da geht es hin, dass wir weniger sozusagen Fachvorlesungen dann wirklich spezialisiert machen, auch wenn da jetzt meine Kolleginnen und Kollegen und ich selber sozusagen denen das auch am meisten Spaß macht.

Wir wollen uns das eigentlich nicht von GPT wegnehmen lassen, aber wahrscheinlich geht es da hin.

Müssen wir breiter ausbilden letztendlich und stärker eben mit dem Fokus auf Schnittstellenkompetenz.

Da gab es eine Frage, glaube ich.

Dann stellen Sie gerne die Frage und dann würde ich noch einmal auf den Punkt zurückkommen wollen, den Sie vorhin gesagt haben.

Sie haben nämlich etwas sehr Interessantes gesagt.

Ja, wir sind ein Planungsbüro, wir machen Netzplanung, im Schwerpunkt eher Glasfaser als Wärme, aber auch ein bisschen Wärme und das, was Sie eben gesagt haben, fand ich ganz interessant.

Ich würde dafür gerne votieren wollen, dass man in Deutschland die Fachkenntnis vor den Ausbildungstitel stellt.

Wie soll ich das erklären?

Ich hätte gar kein Problem damit, Mitarbeiter aus dem Handwerk einzustellen, die dieses Fachwissen beziehungsweise die Arbeit, die sie bei uns tätigen, auch tun können.

Also unsere Planer im Glasfaserbereich, das sind alles Geologen.

Das sind alles Geologen und Geografen, Meteorologen, die das eigentlich nie gedacht haben, dass sie das irgendwann mal machen und damit würde ich gerne arbeiten können.

Ich fahre aber immer an die Wand.

Ich habe jetzt gerade für Friesland eine Ausschreibung bedient, da steht halt drin, bitte weisen Sie nach, dass sie drei Ingenieure haben.

Ich sage ja, ich habe Bachelor, ich habe ein paar Master in Geologie, aber das sind so gesehen im deutscher Hinsicht keine Ingenieure mehr und das ist schlecht.

Es wäre ja schön, wenn unsere Gesellschaft sagen könnte, wir finden diese ganzen Titel alle gar nicht so wichtig, sondern wir stellen mal die Erfahrungen in den Vordergrund und ich sage jetzt, weisen Sie mir bitte nach, dass sie drei Leute haben, die seit drei Jahren dieses Thema bearbeiten.

Das wäre ja viel sinnvoller.

Das wird ja häufig auch gemacht in Ausschreibungen, dass über Referenzprojekte gearbeitet wird, aber ich kann mir das vorstellen, dass auch auf das Team sozusagen Anforderungen möglicherweise gestellt werden.

Da haben Sie beide tatsächlich exakt auf den Punkt hingewiesen, zu dem ich jetzt noch einmal kommen wollte.

Das ist wahrscheinlich ein bisschen schlecht zu lesen, das gebe ich gern zu, aber was Sie dort sehen, ist die Mobilitätsstatistik der Bundesagentur für Arbeit für eines der letzten drei Jahre.

Ich glaube, wenn ich das richtig sehe, dürfte das für 2021 die richtige sein und wenn man die tatsächlich mal der letzten drei, vier Jahre übereinanderlegt, wie für 2020 ist mittlerweile auch rausgekommen, sieht man, dass tatsächlich die Berufewechsler, das gibt an, wer wechselt von welchem Beruf in einem anderen Beruf, extrem selten sind.

Die meisten Leute wechseln immer in ihren Kernberufen hin und her und das obwohl, wie Sie vorhin in dem großen Netzwerk vielleicht ungefähr abschätzen konnten, wir tatsächlich Überschneidungen in vielen Berufen aufweisen können.

Das heißt, theoretisch gibt es Leute, wie Sie schon sagten, die haben die Kompetenzen, aber zum aktuellen Zeitpunkt ist es so, dass die leider immer in ihrem eigenen Kreis bleiben, auch wenn in manchen Branchen, wie beispielsweise der Gastronomie oder während der Corona-Zeit ihre Aussichten vielleicht nicht die Idealsten sind und trotzdem selbst in der Zeit, wo wir Corona hatten, dafür liegen die Statistiken ja mittlerweile vor, sind die Leute trotzdem eigentlich eher in ihrem eigenen Berufskreis gewesen, dass in der Gastronomie die Leute gewechselt sind.

Natürlich, das ist passiert, aber im Vergleich zu dem, wo sie hätten hinwechseln können, sind diese Zahlen immer noch sehr, sehr gering.

Diese Mobilität, ist das gemeint jetzt thematisch, also wechsel ich die Themen, mache ich Wärme statt Geografie oder ist die, also da sehe ich eine hohe Mobilität, bei uns zumindest, wo ich vielleicht keine Mobilität sehe, ist sozusagen im Titel, so in der Vertikalen vielleicht.

Die Statistiken an sich beziehen sich darauf, wer arbeitet in welcher Branche.

Also beispielsweise jemand, der Hotelfach gelernt hat, arbeitet er immer noch im Bereich Gastronomie oder ist er auf einmal vielleicht tatsächlich in einem Planungsbüro beschäftigt.

Weil so als Beispiel, ich komme ursprünglich, bevor ich in der Wissenschaft gelandet bin, war ich an einem Startup tätig.

Wir haben Fahrradmechaniker beschäftigt.

Sie müssen wissen, in Deutschland gibt es wirklich furchtbar wenig Leute, die eine Fahrradmechaniker-Ausbildung haben.

Wir haben im Nachhinein aber festgestellt, dass das, was wir wirklich brauchen, Leute sind, die mit Kunden umgehen können, die gut kommunizieren können, die gut erklären können, die im Idealfall auch nochmal mit Kindern umgehen können, weil die bringen auch Fahrräder und das technische Know-how, das können wir denen beibringen.

Nicht an einem Tag, vielleicht auch nicht in drei Tagen, aber wenn die ein halbes Jahr bei uns waren, sind die wirklich gut und für Spezialfälle hat man immer noch Experten.

Aber die konnten diesen Job machen, die hatten die Kompetenzen.

Das zeigt einerseits die Daten in der Wissenschaft und andererseits, ich habe es selbst in der Praxis gesehen.

In dem Sinne ist es fast ein bisschen schade, dass der aktuelle Wechsel noch so verstanden geht, wie er gerade da ist.

Vielleicht können wir da ein bisschen was mit Micro-Digis und Zertifikaten machen.

Also, dass es vielleicht so eine Art Aufbaukurs gibt für staatliche Techniker oder eben für Ausbildungsberufe, die dann einen Ingenieurstitel dadurch in kurzer Zeit erwerben können oder sowas.

Bis jetzt ist das tatsächlich noch ein bisschen schwieriger, aber ich weiß, dass die Hochschulen daran arbeiten.

Wir arbeiten auch daran, das ganze System da durchlässiger zu machen.

Ich nehme das in jedem Fall mit und ja, ich glaube, wir kommen damit auch zum Ende.

Ich danke Ihnen für, wir danken Ihnen für das engagierte Mittun und wünschen Ihnen noch einen schönen Nachmittag.

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