Wer gestaltet Zukunft? – Daniel Günther, Baro Vicenta Ra Gabbert & Karena Kalmbach

Shownotes

"86 Prozent der Menschen sagen, Deutschland entwickelt sich in die falsche Richtung."

Warum der Zukunftsglaube in Deutschland gerade so ins Wanken gerät und wieso es genau jetzt, wo Gesellschaft, Politik und Demokratie an vielen Stellen unter Druck geraten, Zeit ist, genauer hinzuschauen.

In diesem Talk, moderiert von 1E9‑Journalist Wolfgang Kerler, diskutieren Ministerpräsident Daniel Günther, **Greenpeace-Aktivistin, Autorin und Juristin **Baro Vicenta Ra Gabbert **und **Karena Kalmbach – Strategin im Futurium Berlin – genau das und wieso trotzdem nicht alles aussichtslos ist.

Ihr erfahrt, // warum "die eine Zukunft" oder "viele Zukünfte" eben keine akademische Spitzfindigkeit ist, sondern eine sehr politische Frage, // wer eigentlich Verantwortung für Zukunft trägt – und warum junge Menschen ständig gelobt, aber selten wirklich einbezogen werden, // warum Vertrauen und Erklären in der Politik manchmal mehr bewirken als das reine Handeln, // und wieso Angst vor KI und Tech-Konzernen nicht einfach wegmoderiert werden sollte, sondern zur echten Stärke werden kann.

Ein Talk, der die Lage nicht schönredet – aber auch klarmacht: aussichtslos ist das alles nicht. Live von der Innovation Stage beim Waterkant Festival 2026.


Signals from the Future ist der Podcast vom Waterkant Futures Thinking Lab – hier live vom Waterkant Festival 2026 in Kiel.

Wir bringen dir Talks, Diskussionen und Visionen von Macher:innen, Denker:innen und Zukunftsoptimist:innen, die zeigen: * Die Welt lässt sich anders denken – und machen.*

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Transkript anzeigen

00:00:01: Keine Zukunft ist auch keine Lösung.

00:00:03: Aber wer gestaltet sie und wie?

00:00:06: In dieser Folge Signals from the Future geht es mit Ministerpräsident Daniel Günther, Aktivistin Baru Vicenta Raghavardt und Karina Kalmbach vom Futurium in Berlin genau darum – den Zukunftsbegriff, wie man «zukünfte erklärt» und «proaktivität».

00:00:20: Dieses Gespräch wurde beim Vatakan-Festival für mehr solche Enhalte

00:00:28: aufgenommen.

00:00:28: Ja, herzlich willkommen hier an der Innovation Stage beim Watterkant Festival.

00:00:34: Wir haben eine zwei nicht allzu kleine Fragen mitbekommen vom Programmteam Wer gestaltet die Zukunft und wie erklärt man sie?

00:00:42: Da könnten wir auch mehr als fünfundvierzig Minuten darüber reden wahrscheinlich ganze Bücher drüber schreiben bzw.

00:00:46: eine von uns hat sogar schon ein Buch darüber geschrieben, worüber wir noch sprechen werden.

00:00:50: Wir werden keine abschließenden Antworten finden aber wir werden definitiv einige spannende Gedanken euch mit auf den Weg geben und Denkanstöße Eineinhalb Tage hier beim Vaterkant Festival.

00:01:00: Ich spare mir die langen Vorreden, damit wir mehr Zeit haben zu diskutieren und stelle lieber gleich die ersten beiden wunderbaren Sprecherinnen vor, die schon da sind und gleich auf die Bühne kommen.

00:01:10: einen riesigen Applaus bitte für Karina Kalmbach.

00:01:16: Vielen Dank!

00:01:18: Das ist standesgemäß.

00:01:20: Karina leitet die Strategie und Inhalte beim Futurium in Berlin, dem Haus der Zukunft.

00:01:25: Sie arbeitet täglich daran Menschen nicht nur mit Ideen für die Zukunft zu konfrontieren sondern sie auch daran zu erinnern dass sie auch ein Teil der Zukunft oder der zukünfte sind.

00:01:33: Karina schön dass du da bist!

00:01:35: Schön hier zu sein vielen Dank

00:01:40: Du darfst ja noch einen Platz aussuchen.

00:01:42: Außerdem ist Bauer uns.

00:01:42: jetzt kennt sich schon von anderen Bühnen aber wer dann noch nicht war dem stelle ich den nochmal vor.

00:01:46: Baro wie Tenderer Gabbat.

00:01:47: großen Applaus bitte.

00:01:55: Juristin, Autorin und Sprecherin bei Greenpeace zuständig für sozial-ökologische Gerechtigkeit.

00:02:01: Und Sie hatten erfolgreiches Buch geschrieben mit dem Titel Keine Zukunft ist auch keine Lösung und hätte es den Titel nicht schon gegeben hätten wir das Panel hier auch so nennen können.

00:02:09: Hättet

00:02:09: ihr trotzdem gedauert?

00:02:12: Auch sehr passend von unserer Diskussion.

00:02:13: Sie ist unabhängige Sachverständige der Bundesregierung und stellvertretende Vorsitzende im Bundesjugankoatorium, da ist ihr Schwerpunkt Generationengerechtigkeit.

00:02:22: Warum?

00:02:22: Vielen Dank, dass du gleich wieder auf die Bühne bist, obwohl du eine anstrengende Kinode hinter dir hast!

00:02:25: Danke schön.

00:02:32: Und ich stelle euch jetzt auch gleich den dritten Speaker vor, der dann noch kommt.

00:02:35: Ihr kennt ihn sowieso.

00:02:36: Der heißt Daniel Günther ist seit Jahrzehnteinzehn Ministerpräsident hier in Schleswig-Holstein.

00:02:41: Er ist von der CDU.

00:02:42: Er reagiert mit den Grünen das gibt es nicht mehr allzu häufig und erfährt nach wie vor deutlich höhere Zufriedenheitswerte ein als die meisten Berliner Politikerinnen und Politiker.

00:02:53: Die AfD ist ja auch nicht so stark Aber er hat offensichtlich auch einen vollen Terminkalender.

00:02:57: deswegen stößt er später dazu und Ich nehme jetzt mal Platz.

00:03:02: Ja, ich stelle mich ganz kurz vor.

00:03:08: Ich heiße Wolfgang Kähler und wenn ich es heute habe bin ich auch immer noch Journalist, hab ein kleines Unternehmen mitgegründet das heißt E-neuen.

00:03:14: wir berichten in verschiedenen journalistischen Formaten über neue Technologien und die Zukunft und Wir veranstalten einen befreundetes Festival der Zukunft heißt es in München in zwei Wochen Und ich freue mich sehr wieder hier beim Waterkant Festival dabei zu sein.

00:03:28: so Wir fangen schon mal an und klären.

00:03:31: also nicht wundern Die beiden haben nichts gegeneinander.

00:03:33: So wir haben nur gesagt Genau, wir mischen durch.

00:03:38: Wir machen eine kleine Begriffsklärung die hat nämlich das Programm Team angeknüpft und versprochen.

00:03:42: deswegen klären wir doch erst mal was meinen wir wenn wir über Zukunft sprechen?

00:03:45: vielleicht Karina kannst du anfangen weil ihr sprecht ja auch oft von zukünften.

00:03:49: Ja genau, also diese Begriffsklärung ist gleich schon mal ziemlich tricky.

00:03:52: Also die Frage genau redet man jetzt von der einen Zukunft, die irgendwie auf einen zu rollt oder probiert man das sozusagen aufzubrechen in Möglichkeitenräume eben in mögliche Zukunft und das Ganze etwas pluraler und diverser zu denken?

00:04:05: da geht es genau schonmal los und wird auch sehr politisch sehr schnell.

00:04:12: Zeiten, die noch irgendwie vor uns liegen, imaginieren und diese gestalten wollen.

00:04:16: Geht es uns dann darum möglichst viele Stimmeln, möglichst viele Perspektiven dort mitzunehmen?

00:04:20: Also in dem Sinne von Zukunften zu sprechen und erst mal davon auszugehen.

00:04:25: Das sieht für jede individuelle Person, für jede Gruppe, für jeder Identität, die es da irgendwie auf der Welt da draußen gibt natürlich erstmal sehr, sehr anders aus.

00:04:32: wird auch die Vergangenheiten und die Gegenwarten, aus denen man ja kommt, der sehr unterschiedlich sind?

00:04:37: geht man in eine Zeit hinein, wo man das beibehalten möchte und diesen Dialog dieser unterschiedlichen Vorstellungen und Wünsche miteinander ins Gespräch bringen möchte.

00:04:51: Oder geht man eher eine Perspektive sagen, ja es sind eigentlich gerade ein bisschen zu viele Stimmen, die ja irgendwie da sind.

00:04:56: Und das Problem liegt eher daran dass es vielleicht irgendwie zu viele unterschiedliche Meinungen gibt und man sollte das vielleicht eher wieder in eine Richtung zusammenbringen und von einer Zukunft sprechen.

00:05:04: Dass man so ein gemeinsames Ziel oder ein gemeinsameres Bild vor Augen hat?

00:05:07: Genau

00:05:07: was auch einerseits sehr starke Dynamik mit sich bringen kann Wir-Gefühl, aber auch gleichzeitig halt an die Frage stellt.

00:05:15: Na ja, wessen Meinungen setzt sich denn dann durch?

00:05:17: Welche von diesen unterschiedlichsten Stimmen werden denn dann sozusagen zu dieser einen Zusammengefühle?

00:05:21: Also insofern liegt schon die Begriffsklärung bei Reden wir von Zukunft hin oder sprechen wir von der einen Zukunft.

00:05:28: Ja, gleich werden häufig da die Claims abgesteckt.

00:05:32: Wo möchte man... wo positioniert man sich politisch?

00:05:34: Dann kommen wir auch später noch darauf.

00:05:36: Bisschen diese politische Polarisierung, Zerfaserung wo es dann heißt ja wir brauchen gemeinsames Zukunftsnarrativ aber wer fällt denn bei dem gemeinsam oder dem wir vielleicht dann doch wieder hinten runter?

00:05:46: Baro du warst ja klassisch unterwegs mit dem Singular keine Zukunft ist auch keine Lösung.

00:05:51: was verstehst Du unter Zukunft?

00:05:53: Aber im Buch schreiben wir von Zukunften.

00:05:57: Weil einfach gar keine, keine Löse... Also ich habe so gedacht, Mann, egal nach mir die Simflut was soll's?

00:06:03: Ich hatte einen kurzen schwachen Moment und dann bin ich am Aufgeben gescheitert und dachte irgendwie gar keine Zukunftsausschreiste.

00:06:09: das machen wir nicht.

00:06:11: Und wir sprechen aber auch von zukünften und es hat sich insofern rentiert.

00:06:16: Ich versuche jetzt hier nochmal etwas!

00:06:17: Ich war ja ganz unerfolgreich mit der Frage wer Taylor Swift Fan ist.

00:06:21: da war eine einzige Person bei der.

00:06:24: Gibt es hier Marvel-Fans?

00:06:30: Dass wir von Zukunften sprechen, das hat sich... Ich bin kein Marvel-Fan.

00:06:33: Ich muss mich outen!

00:06:35: Aber es hat sich insofern schon gelohnt weil irgendjemand also eine Person die ich nicht kannte mir nach diesem Buch geschrieben hat und meinte Mir hat das so gefallen mit den zukünften.

00:06:46: Weil Das ist eigentlich wie bei Marvel.

00:06:49: Es gibt ganz ganz viele verschiedene Universen Und allen verschiedenste Dinge Die passieren können wenn einer person so handelt und den richtig vielen geht schief Aber in Paar geht's gut.

00:07:01: Und wenn ich jetzt einfach mir vorstelle, dass wir das so machen wie bei Marvel und wir alle uns vorstellen, dass Wir Avengers sind und dieses Ruder rumreißen können dann ist sehr viel gewonnen In der Frage und Erhaltung Wie wir auf Zukunft schauen.

00:07:14: und da dachte Ich mir es vielleicht doch ein ganz guter Begriff und Vielleicht gar nicht So kompliziert.

00:07:19: Es ist sehr gut.

00:07:20: Ich habe aus dem Auge wirklich Securities gesehen und jetzt sehe ich auch unseren dritten Gast.

00:07:26: Vorgestellt habe ich Ihnen schon erst, da hat deine Günter Ministerin Frau Schleswig-Kolstein wir freuen uns sehr dass Sie hier sind und haben auch einen Platz auf der Bühne für Ihn freigehalten.

00:07:41: Ja bitte den haben wir extra freigelassen.

00:07:44: Mein rechtser rechter Platz ist frei so gemacht

00:07:47: aber das mit dem Rechtswald nicht absichtlich.

00:07:55: Wir

00:07:58: haben schon mal losgelegt und geklärt, was wir unter dem Prägif Zukunft verstehen wollen.

00:08:09: Aber jetzt darüber sprechen wie schaffen wir es wieder gemeinsam Zukunft zu gestalten?

00:08:13: Wie erklären wir Zukunft?

00:08:14: Was für Narrative brauchen?

00:08:22: Leg mal direkt los, auch mit euch.

00:08:23: In der Ankündigung des Panels wurde auf Floris Gaupp zitiert und die uns immer wieder zu Recht vor Augen hält, dass wir in Deutschland oft dazu neigen, die Lage schlechter zu sehen als sie tatsächlich ist.

00:08:34: Sie war letztes Jahr bei uns in München beim Festival und ich glaube mir ein bisschen ihre Methode um zu beginnen, ein klares Stimmungsbild einzuholen.

00:08:41: Wer hier im Raum findet denn das die Entwicklung des Landes also von Deutschland gerade in die richtige Richtung läuft?

00:08:47: Wer würde sagen Deutschland entwickelt sich gerade in eine richtige Richtung.

00:08:51: Mal bitte die Hand hoch.

00:08:53: Oha!

00:08:56: Bitte hier auch?

00:08:57: Taylor Swiftfans hatten wir immerhin ein.

00:08:59: Stimmt, würde hier jemand sagen Deutschland entwickelt sich gerade in die richtige Richtung?

00:09:04: Okay dann machen wir... Fast

00:09:05: würde ich sagen.

00:09:06: Fast ist schon mal gut.

00:09:07: und jetzt kurz bevor wir es mal erörtern wer findet dass sich das Land nicht in die richtige Richtung entwickelt.

00:09:12: Bitte handhoch okay das ist ein bisschen devastating Woran, also vielleicht mal warum hier auch keine Hand hochgegen?

00:09:24: Warum glauben Sie glaubt ihr dass das Land nicht in die richtige Läufe?

00:09:27: und fahr mit Ihnen an weil die anderen beiden hatten schon ihre Chance was zu sagen.

00:09:31: Fast haben sie gesagt

00:09:34: Nein ich würde zumindest hoffen wenn die Frage gestellt worden wäre ob wir eigentlich in einem coolen land leben Und wie uns wünschen dass es Auch ein erfolgreiches land In zukunft ist glaube ich hätten sich hoffentlich mehr Hände gehoben.

00:09:50: Und ich glaube man muss schon der Fairness halber sagen, dass wir im Moment natürlich auch in Zeiten leben.

00:09:57: Wo glaube ich die Frage geht es mir auch in Zukunft in diesem Land gut?

00:10:01: Geht's Deutschland auch in zukunftgut?

00:10:04: entwickeln wir uns in die richtige Richtung jetzt nicht nur davon abhängt was wir hier im eigenen land machen sondern natürlich vieles uns alle miteinander belastet weil einfach soviel in der welt sich um uns rum verändert also wir eine ganz andere Bedrohungslage haben, gerade wenn man sich hier an der Ostsee befindet.

00:10:23: Wenn man sich anguckt wie langjährige Partner wie die Vereinigten Staaten sich entwickeln macht das natürlich auch was mit unseren Zukunftsorgen.

00:10:32: aber ich glaube dass uns total fehlt.

00:10:35: in Deutschland ist ein gemeinsames Bild davon wie wir uns Deutschland unser Land ich sage mal in zwanzig dreißig Jahren vorstellen und wirklich der Glaube daran dass das ein Land ist, wo wir weiter in einer Demokratie leben.

00:10:51: Wo wir Klimaziele erreichen und an den großen Problemen erfolgreich arbeiten.

00:10:58: Den Glauben muss man sagen haben ganz, ganz wenige Menschen in unserem Land.

00:11:01: Und wenn wir uns nicht als Zielbild wieder zwischen den etablierten demokratischen Parteien in unserem land auf etwas großes verständigen können dann können wir auch nicht erwarten dass das von der gesellschaft selbst kommt.

00:11:14: und deswegen glaube ich Wenn wir radikale kräfte klein kriegen wollen müssen wir parteitaktische spiele einfach mal sein lassen Nicht auf kleinste karo gucken nicht gucken wo sind rote linien sondern einfach einen breiteren gesellschaftlichen Konsens wiederherstellen.

00:11:30: Und dann, glaube ich, melden sich auch viel mehr Hände in diesem Raum und glauben daran, dass Deutschland sich in die richtige Richtung entwickelt.

00:11:38: Sehr gut.

00:11:41: Wir werden da manches noch vertiefen aber könnt ihr beide noch sagen warum Ihr der Meinung seid das sich Land gerade nicht in die richtige Richtung entwickelt?

00:11:47: Vielleicht noch mal haben die auch diese Begrifflichkeiten Zukunft und Zukunft da aufzugreifen.

00:11:51: Also das, was Sie jetzt gerade aufgemacht haben dieses Bild der einen Zukunft ist ja schönerweise eine sehr große.

00:11:55: Sie haben es gerade gesagt sozusagen Es muss eine Zukunft sein, die möglichst viele Leute mit einschließt.

00:12:00: Und ich glaube wenn man das halt noch als Nebensatz an den Begriff Zukunft dran hängt dann und sich sozusagen gedanklich von diesem sperrigen Wort Zukunft weg bewegt, was auch ein bisschen so ne verkopfte Debatte ist Dann funktioniert das auch, dass wir sagen, ja, wir wollen eine gemeinsame Zukunft.

00:12:14: Aber diese eine gemeinsamme Zukunft heißt halt nicht es ist meine eine Zukunft die ich jetzt halt irgendwie allen anderen aufstülpen möchte und mich mit meiner eigene Zukunftsutopie so für allgemeinern.

00:12:26: Und ich glaube, das ist genau dieser Knackpunkt wo wir uns eben in diesem sehr politischen Feld von reden wir von Zukunft oder von Zukunft hin?

00:12:33: Oder auch wenn wir von einer Zukunft reden wie breit denken wir die da sehr in einer Begrifflichkeit feststecken, dass einfach nicht wirklich klar ist.

00:12:43: Was ist denn jetzt gemeint?

00:12:44: Also es klingt erst mal total nett zu sagen ja ich wünsche mir Zukunft und ich bin pro Innovationen und ich möchte das sich hier was verändert.

00:12:51: aber das sagen halt gerade alle.

00:12:52: also imsofern lässt sie sich halt in dem Sinne hat auch total schwer darüber reden.

00:12:55: ihr was ist denn dieses eine Gemeinde gemeinsame?

00:12:58: weil es kann sich alles mögliche darunter verstecken und das macht seit gerade finde ich auch sehr sehr schwer im politischen Raum überhaupt diesen Begriff jetzt festzustellen.

00:13:06: Tinnenwald.

00:13:07: Klar wollen alle Zukunft, aber was das dann heißt?

00:13:09: Genau wir gehen auch noch auf Spurensuche danach.

00:13:12: Warum hast du gesagt es in Deutschland entwickelt sich nicht in die richtige Richtung aktuell?

00:13:16: Ich würde gerne anschließen an diese Frage und die Notwendigkeit der Zukunftsvision.

00:13:28: in Deutschland sagen, sie glauben nicht der zukünftigen Generation wird besser gehen als ihnen.

00:13:52: Da reiht sich natürlich jede kleine Erfahrung die man macht und die nicht funktioniert und irgendwie dem Staat zugeschrieben wird ein.

00:13:59: wenn mein Zug zu spät kommt dann heißt es ja habe ich gesagt läuft eh alles nicht geht all den Bach runter Wenn ich irgendwie selbst als Juristin meine Steuererklärung dreimal zurückkriege weil ich diese Beschreiben nicht verstehe sage ich Mann dieses Land funktioniert gar nicht für mich und so.

00:14:15: Und ich glaube, dass da sehr schnell eine negativ Trend entstehen kann!

00:14:21: anders herum, wenn wir das Gefühl hätten.

00:14:24: Wir steuern da gemeinsam auf etwas zu und es muss ja auch nicht in jedem Detail gleich sein oder ausdifferenziert oder schon beschlossen.

00:14:32: aber so ganz grob!

00:14:33: Das ist die Richtung, die stimmt.

00:14:35: Da setzt Energie frei, da mache ich mit, dann möchte ich mitmachen.

00:14:39: Dann kann auch jede kleine Verbesserung – nehmen wir jetzt mal einfach mal sowas wie das Deutschlandticket oder das neuen Euro-Ticket sagen so hey stimmt?

00:14:46: Wir wollen irgendwie eine Zukunft, die zugänglicher für Leute, die die baut Bürokratie ab.

00:14:52: Ich muss jetzt immer nicht mich fragen, ist es eigentlich Tarifschufe A E oder X Y?

00:14:56: Wenn ich in irgendeine andere Stadt komme sondern irgendwas wird einfacher.

00:14:59: dann kann sich das einreihen in so einen Gefühl des vorankommens und auch des gemeinsamen und deswegen bin ich der festen Überzeugung dass wir auf diese Vision und diese Zukunfte oder dieser eine große Idee uns einigen sollten.

00:15:13: so schnelles geht und dann bin auch ich davon überzeugt dass mehr Hände wieder hochgehen können

00:15:18: Wobei ich mir heute nicht sicher war, ob ich das Sharing-Bike legal ohne Ticket mit auf diese Fähre genommen habe.

00:15:27: Ich hab ein Deutschlandticket!

00:15:28: Wir machen nochmal kurz die Gegenfrage weil Sie haben schon auch angesprochen sozusagen wie schaut man für sich persönlich in der Zukunft?

00:15:33: Wer würde denn hier im Raum sagen dass wer sieht also wer blickt für sich selbst seine Familie den engsten Kreis an wichtigen Menschen für die nächsten zwölf Monate optimistisch in die Zukunft?

00:15:42: Für euch persönlich und euren engsten kreis gerne auch hier auf der Bühne.

00:15:48: Das ist doch sehr erfreulich, das ist auch der Gegencheck, den Herr Floroskauer macht.

00:15:52: Wer blickt für sich selbst und die in Ängstenkreisen nicht optimistisch in die Zukunft?

00:15:56: Pestimistisch nie in Zukunft!

00:15:57: Man darf... Ich werde nicht nachfragen warum.

00:15:59: ihr dürft euch also trauen.

00:16:03: Okay eine, das Traurige ist.

00:16:06: ich sage euch noch mal kurz die Zahlen.

00:16:07: Ach, das habe ich vergessen vorhin.

00:16:08: Also die offene Zellenzahlen zu der Frage ob sich das Land in die richtige Richtung entwickelt.

00:16:16: Die großen Sorgen sind Inflation, Armut, soziale Ungleichheit, Gewaltkriminalität, Einwanderung und Militärkonflikte.

00:16:21: Alle so um die dreißig Prozent!

00:16:24: Und das Traurige ist aber bei dieser persönlichen Blick in die Zukunft.

00:16:27: Es war immer eine Mehrheit, obwohl sie die Lage im Land ganz furchtbar eingeschätzt hat gesagt, aber für mich selber läuft es gut weiter.

00:16:34: Und es sind inzwischen nur noch vierzig Prozent in Deutschland.

00:16:38: in den Ländern, wo die Befragung regelmäßig Tückel führt wird sind nur Japan und Südkorea noch hinter uns.

00:16:44: Deswegen würde ich jetzt schon gerne mal auf Ursachenforschung gehen.

00:16:47: Es ist nur das fehlende Narrativ, das fehlende Zukunftsnarrativ als auch die Kommunikation.

00:16:53: oft heißt es ja gerade aus Berliner politischen Kreisen.

00:16:55: Wir machen eigentlich tolle Sachen wir kommunizieren sie nur nicht gut.

00:16:58: oder gibt es doch auch tiefer liegende Gründe, warum die AfD in Umfragen im Bund die stärkste Kraft ist?

00:17:03: Die Linke auch stark wie nie.

00:17:04: Das heißt diese Mitte, wo man früher gesagt hat da ist eigentlich die große Mehrheit der Bevölkerung, die schrumpft immer weiter an sich zusammen.

00:17:11: Woran liegt das?

00:17:11: In Schleswig-Holstein ist es ja noch nicht so dramatisch.

00:17:13: AfD ist nicht hier im Landtag, liegt bei fünfzehn Prozent was schon jetzt wieder erheblich ist.

00:17:19: Herr Günther, woran liegt dass dieser enorme Vertrauensverlust auch in die Politik und die Zukunftsfähigkeit der Politik?

00:17:27: Könnte man vielleicht ausschliesslich Holstein nach Berlin übertragen, um das besser zu machen?

00:17:32: Weil hier sind die Zufriedenheitswerte ja ... Die Mehrheit ist noch zufrieden mit der Regierung.

00:17:37: Man traut offenbar der Regierung noch zu Dinge zu tun.

00:17:40: Warum liegt das nicht in ganz Deutschland und wie könnte man das ändern?

00:17:46: Naja erst mal finde ich schon mal positiv dass es an unserem Land anders ist und auch ein bisschen Mut zu machen weil du gerade eben berechtigt gesagt hast Wir keine AfD im Landtag haben, aber sie in den Umfragen im Moment auch bei über oder bei fünfzehn Prozent liegt.

00:18:07: Trotzdem glaube ich das in unserem Land möglich ist dass das Ergebnis am Ende ein anderes sein wird.

00:18:13: Wir haben seit Jahrzehnten in Schleswig-Holstein in keiner einzigen Umfrage die AfD unter fünf Prozent gehabt.

00:18:21: Sondern sie war immer über fünf deutlich, teilweise bis zu zehn Prozent.

00:18:26: das einzige Mal in der gesamten Zeit, dass sie die Fünf-Prozent-Marke verfehlt hat, war bei der Landtagswahl zwei Tausendundzwanzig.

00:18:34: Das heißt am Ende haben die Leute weniger AfD gewählt als die Umfragen gezeigt

00:18:39: haben

00:18:40: und ich glaube auch, Kraft in Schleswig-Holstein haben, dadurch dass wir auch anders zwischen den politischen Parteien umgehen.

00:18:47: dadurch dass wir in Regierungsverantwortung gut übereinander reden, auch wenn sich der andere durchgesetzt hat.

00:18:54: In einem Punkt das als gemeinsamer Erfolg verkaufen und nicht bloß weil die Grünen jetzt bei uns in einer Koalition mal einen Punkt gekriegt haben wie als CDU danach nach draußen sagen ja wir haben uns jetzt darauf verständigt ist alles scheiße.

00:19:07: aber wollten die grünen?

00:19:08: Wie will man Vertrauen in eine Bevölkerung bekommen?

00:19:12: Wenn man selbst über seine eigene Politik schlecht redet?

00:19:15: Und das glaube ich kann Berlin schon von uns lernen, übrigens auch.

00:19:19: mal vertrauensvoll miteinander zu reden.

00:19:22: Ich weiß, dass das nicht immer besonders sympathisch klingt wenn man sagt ich bin kein Fan von vollständiger Transparenz.

00:19:31: Ich glaube, dass Politik auch geschützte Räume braucht wo man mal untereinanderreden kann ohne dass jede Idee gleich in der Öffentlichkeit zerrissen wird.

00:19:41: Kein Unternehmen, kein anderer gesellschaftlicher Bereich könnte erfolgreich sein ohne das Medien darüber berichten.

00:19:51: Und das Recht müssen wir uns nehmen, wir machen das übrigens in Schleswig-Holstein auch.

00:19:55: am Montag sitzen wir untereinander zusammen streiten uns auch in einer Koalitionsrunde.

00:20:00: alle Probleme werden aber gelöst und ab Dienstag haben wir gute Laune und Regieren gerne zusammen.

00:20:07: Das machen wir seit neun Jahren in Schleyswig-Heolstein und offenkundig kommt es auch besser bei den Leuten an wenn man hier nicht streitet.

00:20:13: Ich glaube, wer man so ein anderes Politikverständnis hätte und sich in der Tat wirklich auf ein gemeinsames Zukunftsbild verständigen würde.

00:20:22: Und ich wollte das jetzt gar nicht so unkonkret sagen, ich finde, dass es doch nicht so schwer ist mal zu definieren was wollen wir eigentlich für Deutschland?

00:20:32: Ich meine, wir wollen doch denke ich mal alle die hier sind weiterhin einer Demokratie leben.

00:20:37: Wir wollen auch weiterhin unsere Freiheit genießen!

00:20:39: Wir wollen ein selbstbestimmtes Leben führen, wir wollten keine Diskriminierung in unserem Land haben.

00:20:46: freundlich miteinander sein, oder?

00:20:49: Also dass man mal Bitte und Danke sagt in unserer Gesellschaft.

00:20:52: Dass man am Wochenende wenn beim Bäckerbrötchen kauft nicht sagt warum dauert das hier so lange sondern mal sagt danke dass sie am Wochenend arbeiten und für mich da sind.

00:21:03: Wann haben wir das mal verloren in unserer Gesellschaft, so miteinander respektvoll umzugehen?

00:21:08: Warum reden wir nicht viel mehr miteinander?

00:21:11: In so einer Gesellschaft wollen wir doch leben.

00:21:13: Und wir haben alle einen Sicherheitsbedürfnis!

00:21:16: Das heißt, wir wollen auch Frieden haben und meine Mädchen sind zehn Jahre alt.

00:21:21: Ich gebe zu, dass ich zu dem Zeitpunkt, als sie geboren wurden, mir überhaupt nie die Frage gestellt habe ob ich das mal bereuen würde Sie sozusagen in dieses Leben geführt zu haben.

00:21:33: aber ehrlich gesagt so wie sich unsere Gesellschaft mittlerweile entwickelt, wie wir miteinander umgehen.

00:21:38: Wie wir merken wie es in anderen Regionen in der Welt läuft Ich meine das müssen wir doch mal gemeinsam die Kraft haben uns dem auch mal entgegenzustellen.

00:21:46: und wenn ich mir angucke mit welch einer Gleichgültigkeit wir im Moment auf die Wahlen in Ostdeutschland gucken mehr von Journalisten gefragt werde, ob wir uns eigentlich darauf vorbereiten was passiert wenn die AfD dort eine absolute Mehrheit holt.

00:22:03: Ja verdammt noch mal!

00:22:05: Die Antwort muss doch nicht völlig andere sein.

00:22:07: man muss doch jetzt alles dafür tun damit so etwas nicht passiert weil wir doch unsere Demokratie erhalten wollen und deswegen hat jeder nicht nur die Politik die Pflicht auch sich für Demokratie einzusetzen und das auch mal öffentlich kundzutun.

00:22:20: Und sich dafür einzusetten, da hat diese Aufgabe haben wir alle auch miteinander.

00:22:24: Ich würde hier kurz ein bisschen... Auch wenn du den Applaus... Dennoch gerne ein bisschen Wasser in den Wein gießen weil was unsere Demokratie bedeutet und was sie schützt.

00:22:36: Da gibt es natürlich keinen gesellschaftlichen Konsens.

00:22:39: Die einen sagen was die Demokratie schütze, andere strengt die Demokratien ein.

00:22:43: Was ist Freiheit, was ist soziale Gerechtigkeit?

00:22:46: Das sind sehr große Wörter.

00:22:47: Aber da gibt es natürlich keinen gesellschaftlichen Konsens mehr wahrscheinlich.

00:22:51: Ich wollte aber noch mal etwas anderes fragen weil die Leute hier zufriedener mit der Regierung, weil die Regierung viel auch Konfliktärmer arbeitet.

00:22:59: Weil das ist ja auch nicht so dass in Schleswig-Holstein alle Probleme gelöst werden und Milch und Honig fließen.

00:23:03: Auch hier gibt's große Herausforderungen.

00:23:04: Hier gibt es auch Rückschläge wie Northvolt und trotzdem schafft es die Regierung das Vertrauen nicht zu verlieren.

00:23:11: also ist vielleicht diese katastrophale Kommunikation in Berlin unter den Regierungspartnern und auch der vorherigen Koalition, möglicherweise doch noch entscheidender als die tatsächliche Performance am Ende für das Vertrauen?

00:23:23: oder zählt Problemlösungskompetenz dann doch auch noch was bei diesem Vertrauensverlust.

00:23:28: Da noch die Nachfrage noch kurz.

00:23:32: Wir sind natürlich auch besser und kommunizierlich nur besser.

00:23:37: aber Ich glaube, was wir vielleicht auch anders und besser machen ist, dass wir die Dinge, warum wir sie jetzt tun, besser erklären anhand ... damit die Leute auch verstehen, warum man bestimmte Entscheidungen trifft.

00:23:54: Denn es ist ja schon so, dass man in seinem aktuellen Tagesgeschäft schon auch Entscheidungen trift, die nicht alle Leute am Ende sofort super finden.

00:24:04: Also ich sag mal, wenn wir Windeignungsflächen ausweisen, dann ist das in der Landeshauptstadt Kiel natürlich in Stadtteilen die dicht bebaut sind.

00:24:16: Dann finden die alle total super dass wir so viel Windkraft haben.

00:24:19: Das ist im ländlichen Raum wenn man die Dinger vor der Haustür hat schon eine andere Problematik.

00:24:25: aber wenn man den Leuten sagt pass mal auf!

00:24:27: Das ist ne Einschränkung für euch Aber wir machen das auch damit wir souverän werden damit wir bei Energien nicht davon abhängig sind, ob im Nahosten ein Krieg ist.

00:24:38: Sondern dass wir in der Lage sind auch für Strom zu sorgen, auch in Zeiten wo die Welt sich verändert.

00:24:45: und ich glaube wenn man da mit Menschen mal anspricht und sagt darum machen wir das an der Stelle Und dass es eben auch mal Rückschläge gibt.

00:24:53: Ich meine ich kann mich natürlich auch beim North Vault Das ist jetzt kein angenehmes Gewinnerthema.

00:24:58: aber ehrlich gesagt dass man in Schleswig-Holstein sagt, wenn wir so viel Strom aus erneuerbaren Energien haben.

00:25:05: Dann ist es doch viel schlauer, wenn man eine Batterieproduktion nicht in Asien oder den Vereinigten Staaten verortet sondern wenn die Batterie-Produktion mit grünem Strom klimaneutral bei uns in Schleswig-Holstein stattfindet und wenn man diesen Weg jetzt konsequent geht und mal einen Rückschlag hat... Fehlerkultur brauchen wir übrigens auch in Deutschland.

00:25:26: Wenn wir wieder mehr Mut haben wollen, bedeutet das auch dass dabei am Ende auch mal Fehler passieren können ohne dass sofort die ganze Bevölkerung oder in der Politik ja insbesondere danach schrachig ist müssen aber sofort Konsequenzen gezogen werden weil es jemand fehlschlag gegeben hat.

00:25:41: nein mit mut müssen wir diese dinge anpacken und erläutern warum wir das machen und ich glaube wenn so auch auf bundesebene agiert werden würde dass wir reform im moment brauchen um auch bei uns den Staat in Ordnung zu halten, das Infrastrukturausbau wieder funktioniert.

00:25:59: Ich glaube wenn man es so erklärt verstehen Menschen auch dass wir in einer jetzigen Phase eben auch eine Veränderungsbereitschaft brauchen und ich glaube da fehlt's in der Tat wirklich an der richtigen Kommunikation.

00:26:12: Barrow anschließend an was nicht so viel klasse war Politikern.

00:26:24: Für wen ist diese gemeinsame Zukunft?

00:26:26: Wer gestaltet diese Zukunft, also in der Zukunft die für alle gemeinsam ist.

00:26:32: Du vertrittst ja auch junge Menschen in deiner... Also du bist eine Stimme auf der jungen Generation als Sachverständiger auch für die Bundesregierung.

00:26:39: Wie oft hat dir dich denn schon konsultiert um nachzufragen Die Politik, die wir gerade planen bestimmte Maßnahmen, wie wir auf dem Schirm haben sind sie eigentlich auch im Sinne der jüngeren Generationen?

00:26:50: Ich bin froh, dass ich nicht mehr zwanzig bin.

00:26:52: Bei stagnierender Wirtschaft, Klimaschutz der stagniert, Kriegen, Krisenkonflikten alles Mögliche.

00:27:01: Haben da schon Anrufe?

00:27:02: Hat Friedrich Merz sich schon mal gefragt ob die Politik für der jungen Generation gerecht wird?

00:27:08: Nein, Friedrich-Merz hat mich noch nicht gefragt.

00:27:10: das mag aber auch darin liegen.

00:27:11: also ich war dreieinhalb Jahre die letzte Legislaturperiode lang stellvertretende Vorsitzenden des Bundesjugendkoratoriums.

00:27:20: für alle, die das nicht kennen.

00:27:21: Ich kann es auch nicht als ich den Anruf bekommen habe.

00:27:23: Es klingt wie Bundesjugenspiele irgendwie keine Ahnung.

00:27:25: Die gerade ja auch wieder heiß diskutiert werden?

00:27:27: Ja, auch

00:27:28: heiß diskutieren werden genau und das ist aber das Sachverständigengremium der Bundesregierung für die belange jünger Menschen- und Generationengerechtigkeit.

00:27:36: Und da wird man dann also da ist man dauerhaft im Amt und wird dauerhaft konsultiert.

00:27:41: Das ist schon so!

00:27:42: Die Frage ist ja aber nicht unbedingt ob diese Sachverständige diese Menschen tatsächlich auch in den Blick nimmt.

00:27:51: Und da haben wir aus meiner Sicht große Defizite und auch aus der Sicht vieler junger Menschen.

00:27:57: Wir haben eine relativ... spannende Situation und teilweise auch angespannte Situation, weil dieses Land relativ schnell altert.

00:28:05: Wir haben bei den Wahlberechtigten unter dreißig ein Prozentsatz von dreizehn Prozent bei der Wahl zwanzivundzwanzig gehabt.

00:28:12: das ist ja nicht so viel.

00:28:13: des Medianweilalter liegt über Mitte fünfzig Tendenz steigend.

00:28:18: Das bedeutet jetzt nicht dass älteren Menschen Zukunft egal ist oder Klima

00:28:22: aber sie haben weniger junge

00:28:23: Menschen.

00:28:24: Aber zumindest hat diese junge Alterskoorte die Gemeinsamkeit Erwartung gemis viel Zukunft vor sich zu haben, im Gegensatz zu anderen.

00:28:33: Das ist übrigens auch überhaupt keine homogene Gruppe, deswegen wäre ich mich auch so ein bisschen dagegen zu sagen.

00:28:38: Ich bin die Stimme der jungen Generation weil du hast es gerade angesprochen grade dieses Wahlverhalten zwischen AfD und Linken.

00:28:45: das ist etwas was sich sehr stark gerade auch bei jungen Menschen zeigt.

00:28:49: Ich würde aber mich mal daran versuchen dass es gar nicht so überraschend ist weil wir Jahre erlebt haben in denen junge Menschen in vielen ihrer Themen Ich sag das jetzt immer für mich, so oft die Schulter geklopft wurde.

00:29:04: Die hieß es dann Mensch Baro Das ist ganz toll dass du dich für Klimaschutz engagierst und ich habe gesagt ja Und?

00:29:12: Dann kam irgendwann Ja, das ist rechtlich Ganz ganz schwierig da was zu ändern hab ich gesagt oh das gut!

00:29:17: Ich bin Juristin oder was immer so.

00:29:19: Oh, das wird irgendwie schlecht weil dann kannst Du etwas dagegen sagen und ich glaube dass dieser Moment zwischen toll das ihr euch engagiert aber nicht es sich zur Aufgabe machen, wirklich dem konsequente Taten folgen zu lassen bei vielen jungen Menschen Dinge ausgelöst hat wie entweder Resignation.

00:29:36: oder auch gewisse Unmachtsgefühle, teilweise auch Radikalisierung aber jedenfalls nicht das Gefühl im Zentrum der politischen Debatte zu stehen.

00:29:45: Wir sehen das übrigens nicht nur in Klima sondern wir sehen es auch im Bereich Bildung.

00:29:49: Wir haben unfassbar viele Bildungsindikatoren die seit Jahren Jahrzehnten runtergehen.

00:29:53: Wir sind das jetzt auch bei der Debatte um Diverpflicht.

00:29:56: dann wäre es Greenpeace auch ein Studie gemacht.

00:29:58: und wirklich von den Menschen, die sogar sagen ich sehe dass ich werpflicht vielleicht machen sollte oder warum das sinnvoll ist aber in der form wie über mich gesprochen wird und nicht mit mir bin ich nicht dafür bereit das so über mich ergehen zu lassen.

00:30:14: Und da würde ich ganz klar sagen junge menschen sind die expertin in ihre eigenen lebenswirklichkeiten.

00:30:19: niemand weiß besser wie es den jungen menschen geht als sie selbst und das muss man auch berücksichtigen und mal mit ihnen sprechen statt über sie.

00:30:28: dann haben vielleicht auch eine viel höhere Akzeptanz, auch für Entscheidungen die nicht immer im Sinne der jungen Menschen sind.

00:30:41: Ganz kurz den Wahl weitergespielt.

00:30:43: mit jungen Männchen kann man offensichtlich keine Wahlen gewinnen, warum sollte man also für sie Politik machen?

00:30:49: Die wählen ja kaum!

00:30:50: Wahlbeteiligung niedrig und dann wählt ihr auch noch AfD mit Linke.

00:30:52: Oder unter achtzehn dürfen Sie gar nicht, so fängt es ja schon an oder sechzehn Jahre.

00:30:57: Politisch lohnt sich sehr kaum noch für junge Menschen Politik zu machen.

00:31:01: Ja aber wenn man in der Logik... Das ist wirklich ganz toll, dass du dich in dem Bereich engagiert

00:31:12: hast.

00:31:12: Danke!

00:31:13: Übrigens haben wir dann auch gegen die Bundesregierung geklagt im Klima und Bildung und beides gewonnen weil es anscheinend man auch TrägerInnen von Rechten ist selbst wenn man keine Wahlen gewinnen.

00:31:21: das nur am Rande?

00:31:23: Sehr gut, dass wir das auch noch mal rausgearbeitet haben.

00:31:25: Habt ihr

00:31:26: auch gut gemacht ja.

00:31:28: Aber ich sag mal in der Logik Wenn man jetzt nur nach Maximierung geht und guckt welche Wählergruppe ist sozusagen wirklich entscheidend schaffen wir uns ja auch irgendwann mal ab, wenn man junge Generation völlig vernachlässigt.

00:31:42: Aber ich glaube was einfach festzustellen ist, dass wir vielleicht aus dem Effekt den Interessen der jüngeren Generation in den vergangenen Jahrzehnten zu wenig Rechnung getragen haben.

00:31:56: Also sicherlich mal wieder immer dann, wenn viele Demos stattgefunden sind, bestimmte Themen auf die Agenda gegangen.

00:32:03: Aber wir haben schon den Effekt, dass wir sehr auf ältere und auf Besitzstandswahrungen auch in vielen Bereichen geguckt haben.

00:32:11: Und sind ja schon ein paar Bereiche angesprochen worden.

00:32:14: aber ich will mal einen Bereich nennen der mir einfach auch immer tierisch auffällt.

00:32:19: das ist wenn man zum Beispiel über das Thema Lärmschutz nachdenkt.

00:32:23: Ich meine, wir machen überall in unserem Land lauter Regeln das Lärmschutz total wichtig ist und eigentlich kannst du in Deutschland ja fast überhaupt nichts mehr machen was irgendwie eine Lautstärke entwickelt weil wir wirklich überall nur noch.

00:32:37: jeder hat einen Anspruch darauf egal wo man in unserem land hinzieht selbst wenn du auf eine viel befahrene straße ziehst wo dahinter noch Bahnverkehr ist, hast du den gleichen Anspruch, dass das aber genauso leise ist als wenn du in ländlichen Raum ziehst.

00:32:54: Und ich meine es einfach schwach sind oder?

00:32:56: Also wenn ich da hinziehe und das ruhig haben will dann muss ich halt woanders hinziehen und nicht an diesen Ort.

00:33:03: Wenn man sich das mal anguckt in unserem Land, wo kann man wirklich noch gefahrenlos auch mal lautabends feiern?

00:33:10: Wo kann man eine Disco machen ohne dass Anwohner sich an der Stelle beschweren?

00:33:14: Und dass wir kaum noch Orte haben außerhalb der großen Zentren, wo junge Menschen auch mal ein bisschen unterwegs sein können oder über die Strenge schlagen können.

00:33:24: Außer an irgendwelchen Orten, wo man dann als Eltern sich nicht mehr traut seine Kinder hinzuschicken.

00:33:29: Das führt eben dazu, dass junge Menschen sich von der Politik nicht gehört bekommen und das ist ja nur ein profanes Beispiel.

00:33:36: Werpflicht ist auch noch ein anderes Beispiel.

00:33:38: und weil wir halt immer ein bisschen über den Interessen hinweg geredet haben Menschen gesprochen haben, glaube ich, haben wir so eine Fehlentwicklung und das führt eben dazu dass wir gerade bei jungen Leuten auch Radikalisierungstendenzen sehen.

00:33:54: AfD-Linkspartei will ich jetzt nicht in einen Pott schmeißen aber ist natürlich schon ein bisschen die Extreme in die unterschiedlichen Richtungen.

00:34:03: Das liegt einfach daran dass wir etablierten Parteien den einfach in den vergangenen Jahrzehnten deutlich zu wenig geboten haben.

00:34:10: Ich würde es vielleicht gerne auf eine andere Ebene heben, weil jetzt von diesem sehr konkreten Lärmschutz... wie ist das?

00:34:17: Das Problem liegt eher darin.

00:34:19: Diese Zuschreibung die wir gerade haben wer soll diese Probleme eigentlich lösen?

00:34:22: und damit häufig jetzt gerade uns wieder an die jüngere Generationen sagen ja super da haben sich mal Leute engagiert und die müssen es in die Hand nehmen.

00:34:31: Also so ein Wegschieben von Verantwortlichkeiten, auch von Handlungsnotwendigkeit auf jetzt die jüngeren Generationen und gleichzeitig aber sagen sie müssten doch eigentlich mehr machen das ist doch deren Zukunft wir haben doch noch viel mehr Zukunft die müssten sich doch jetzt kümmern was also gleich mit einer Erwartungshaltung verbunden ist.

00:34:49: und ich glaube, also das würde ich viel eher diese Ebene adressieren zu sagen.

00:34:52: Warum sollen die sich kümmern?

00:34:54: Also warum sollen sich nicht diejenigen kümmern, die schon in der Vergangenheit sehr sehr viel Zukunft hatten und diese vergangene Zukunft für sich sehr unbeschwert durch viele Jahrzehnte ja durch lebt haben und jetzt in der Verantwortung sind dass sich ihre Kinderenkelinnen nicht alleine in diese Verantwortung hineinbegeben sollen.

00:35:18: Diese Anspruchshaltung, die gerade an die jüngere Generationen – auch genau wie du sagst in so einer seltsamen allgemeinen Formulierung als ob das jetzt eine komplette Uniforme Gruppe von Leuten ist, die jetzt alle das Gleiche wollen.

00:35:31: Also das aufzubrechen und sagen, warum sind die in der Verantwortung?

00:35:34: Da gibt es überhaupt keinen Grund, warum die mehr in der Anforderung werden als nicht der große Anteil der überalteten Gesellschaft die auch durchaus die finanziellen Ressourcen hat und das Social Capital, also um da eigentlich was zu machen.

00:35:47: Also warum nimmt man eigentlich gerade diejenigen in die Pflicht, die ganz viele von diesen Machtfaktoren noch überhaupt nicht erfüllen können?

00:35:54: Ich glaube, da würde ich eher die Debatte ansetzen als jetzt bei der Frage, wem nutzt jetzt ganz konkret ein ganz konkreter Politikbereich sondern eher die Ebene.

00:36:02: wo wird eigentlich gerade Verantwortung abgelagert?

00:36:08: Generationen von Gruppen von sich weggeschoben, die eigentlich sehr viel mehr in der Pflicht wären diese Verantwortung jetzt zu bearbeiten.

00:36:20: Ja ich möchte auf jeden Fall nicht zitiert werden.

00:36:22: mit Barrow hat jetzt gesagt doch!

00:36:25: Ich möchte aber eine kleine Lanze brechen für auch diese junge Generation oder diese jungen Menschen.

00:36:32: man sollte nicht die Verantwortung abschieben weil die Verantwortung wegschieben.

00:36:35: Die Verantwortung haben ganz viele und sie haben vor allem auch Menschen den Entscheidungspositionen setzen so.

00:36:42: Aber Es gibt auch sehr, sehr viele junge Menschen die sehr engagiert sind in diesem Land.

00:36:48: In ganz unterschiedlicher Art und Weise meiner Generation als ich in der Schule war wurde uns nachgesagt wir sind total unpolitisch Wir interessieren uns für gar nichts.

00:36:57: Und auf einmal kamen diese großen Klimademos Auch die Demos gegen Rechtsextremismus und andere Dinge jetzt auch die Colleen Fernandes-Demos Viele Sachen wo sich unterschiedlichste Menschen wiedergefunden haben.

00:37:07: Man hat gesehen Mensch diese Generation Die Idee ist gar nicht alles egal Ist ja spannend.

00:37:12: Und ich glaube, viele engagieren sich nicht nur in Demos oder engagieren dich nicht nur bei so Protesten.

00:37:18: Sondern wir haben auch viele junge Menschen, die sich im Ehrenamt engagieren – lokal oder auch in ihrem Land oder auch politisch oder was auch immer.

00:37:27: und ich finde es ganz wichtig diese vielleicht nicht Verantwortung, aber diese Möglichkeiten von jungen Menschen sich eingebaut zu bringen gesehen werden gefördert werden.

00:37:38: und man auch sagt okay zivilgesellschaft auch wo junge menschen sich zusammen schon das ist ein rückrat unserer gesellschaft.

00:37:45: dass honorieren wir da stärken wir das fördern wir da schaffen wir auch räume wo das möglich ist auch manchmal wirklich einfach physische räume Wo sich menschen treffen können?

00:37:55: Und wir sorgen dafür dass durch gute bildungs Politik und Angebote, die jungen Menschen auf die Herausforderung der Zukunft adäquat vorbereitet werden.

00:38:06: Weil das werden Große sein!

00:38:08: Und es brauchen wir damit dieses Land zukunftsfähig aufgestellt

00:38:11: ist.".

00:38:11: Ich finde es ist sehr wichtig, dass du auch noch erwähnt hast.

00:38:14: Es ist auch die Räume und die Möglichkeit gibt wirksam zu werden weil ich glaube sonst wenn man die Erfahrungen macht man engagiert sich für was?

00:38:20: Und das hat keinerlei Wirkung weil Entscheidung Trägerinnen und Trägern nichts tun.

00:38:24: Total!

00:38:24: Da wird man frustriert und dann sieht man sich erst recht zurück.

00:38:27: Ich muss

00:38:28: einen Satz noch sagen.

00:38:28: Ja unbedingt ab einem Satz

00:38:31: Man muss Demokratie auch lernen.

00:38:33: Und ich hab Demokratie gelernt mit meinem Schulleiter, ich war nämlich Schulstressin... Das ist jetzt

00:38:38: der zweite Satz.

00:38:39: Komm mal!

00:38:41: Der hat irgendwann gesagt, ich vertraue euch als SchülerInnen, muss ich mir das durchlesen oder kann nicht das unterschreiben?

00:38:47: Weil ich vertrau' euch.

00:38:48: und da dachte ich mir, aha so kann Demokratie auf funktionieren.

00:38:52: und es ist schön weil ich gestern ihn besucht habe nach zehn Jahren und gesagt habe Herr Müller wissen Sie eigentlich wie wichtig das war.

00:39:00: Sehr gut, das freut uns sehr.

00:39:02: Ich würde gerne auch auf einer anderen Ebene geben weil wir haben ja vorhin schon angesprochen nicht alles was unser aller Zukunft und zukünfte beeinflussen wird haben wir selbst in der Hand.

00:39:10: keine Regierung niemand von uns zum Beispiel wenn es um technologische Innovationen geht.

00:39:14: Das Smartphone kam nicht aus Deutschland Social Media kam bis auf StudiVz auch nicht aus deutschland und hat trotzdem unsere gesellschaft wirklich nachhaltig verändert ohne dass groß mitgestalten konnten außer durch Regulierung.

00:39:27: Jetzt ist künstliche Intelligenz da, wo das wieder passiert dass Technologie aus anderen Weltregionen kommt vor allem und unsere Gesellschaft unsere Wirtschaft auch alles mit verändert.

00:39:37: im Futur beschäftigt euch sehr viele auch mit dem technologischen Wandel und das hat ja immer Chancen und Risiken.

00:39:44: aber gerade beim Thema Künstliche Ich glaube, ich gerade viel vor Unsicherungen der Bevölkerung war man auch Angst hat von amerikanischen chinesischen Tech-Konzernen.

00:39:55: Wie schafft man es den Leuten?

00:39:56: Dass die Leute da nicht den Kopf in den Sand stecken und einfach nur verzweifeln und Angst haben sondern vielleicht trotzdem noch die Möglichkeit sehen das mitzugestalten sich da einzubringen.

00:40:05: oder siehst du den Zug eh schon abgefahren gerade wenn zum Beispiel KI geht?

00:40:09: Man muss halt genau diese Räume schaffen, also das passt eigentlich ganz gut zu dem was Baro gerade sagt.

00:40:15: Also Demokratie entsteht jetzt ja nicht nur sozusagen in den politischen Aushandlungen und in den Räumen, in denen jetzt ganz konkret Gesetze geschrieben werden oder Beschlüsse gefasst sondern diese Aushandelungsprozesse und dieses Miteinander wo Sie auch vorher eingegangen sind.

00:40:31: diese Frage wie ist Wie reden wir miteinander, wie viel Vertrauen setzen wir auch erstmal grundsätzlich voraus?

00:40:37: Der Person mit der ich spreche.

00:40:40: Wie viel Empathie bringe ich dir entgegen?

00:40:42: Was du in der Schule gelernt hast oder so sagen würde, dass du diesen tollen Direktor gelernt hast.

00:40:46: Das brauchen wir ja in ganz vielen Orten und das brauche ich an meinem Arbeitsplatz.

00:40:49: Wenn ich keine Ahnung die Hottler meiner Krankenversicherung anrufe... Also da gibt es eine unendliche Vielzahl an Räumen, indem wir diese Umgänge miteinander brauchen um diese Vertrauensbasis zu haben positiv in welche Zukunft auch immer zu gucken, aber dieses Vertrauen aufgehoben sein, Unterstützung zu fühlen.

00:41:09: Das braucht sie im Hier und Jetzt.

00:41:10: Das brauche ich mir ja nicht für eine Zukunft zu imaginieren.

00:41:13: Das will ich jetzt im Hier-und-Jetzt

00:41:14: haben.".

00:41:15: Und da um das hier zu sagen, diesen Bogen zurück zu den Digitaltebarten... Da sind wir gerade genau mit dieser Situation konfrontiert.

00:41:22: Ich weiß nicht wem ich da vertrauen kann!

00:41:23: Ich weiß nichts was mit meinen Daten passiert?

00:41:26: Ob ich da überhaupt mit einer Person gerade chatte?

00:41:28: Ich weiß überhaupt nicht mehr wo ich

00:41:30: bin?!

00:41:31: Und es gibt ja genügend Ansätze, die das genau adressieren.

00:41:33: Also wir haben da die Ideen und Techniken, die sowas eigentlich ermöglichen.

00:41:38: Wir haben Open Source Format also man könnte da ja weitaus mehr machen.

00:41:43: aber der Fra ist eben sozusagen die Frage auch diese Aushandungen von Technologien, die ja auch nicht einfach nur vom Himmel fallen und da sind, die genauso durch soziale Entwicklungen, durch marktpolitische Interessen, durch alles Mögliche geprägt in diese demokratischen Räume zurückzuholen.

00:42:01: Und da müssen wir aktiv werden wie auch an allen anderen gesellschaftlichen Bereichen, müssen wir auch Technologien demokratisieren.

00:42:11: und bei dem ganz konkreten Beispiel von technologischen Konzernen sehen läuft komplett in die falsche Richtung.

00:42:18: und insofern will ich sagen ganz berechtigt haben sehr, sehr viele Menschen da sehr große Bedenken was da gerade passiert.

00:42:23: Also da würde ich auch diese Erzählung von ah die Leute haben da irgendwie unberechtigte Ängste und den müssen wir sie nehmen und dem müssen zeigen wie toll das alles ist, würde ich nicht mitgeben weil ich sage nee.

00:42:30: also ich finde es gut dass da viele leute fragen Moment was passiert er eigentlich?

00:42:34: Also diese Skepsis zu hinterfragen Was mache ich da?

00:42:37: Was macht diese Technologie mit meinem Leben?

00:42:39: Würde ich überhaupt jetzt nicht als etwas Negatives.

00:42:42: und auch dieser Zusammenhang von Angst- und Technologiedebatten.

00:42:45: Es ist ja auch nicht, dass jetzt Angst grundsätzlich technologisch verhindert ist – es ist eine völlige Blödsinnserzählung!

00:42:51: Also wenn wir jetzt gerade gucken was an Technologiepuschs in Deutschland passiert weil wir ganz konkret Angst vor militärischer Bedrohung haben.

00:42:59: also ganz häufig ist ja Angst ein wahnsinniger Typ um in Technologie hineinzugehen Angst, die wir jetzt vor Überwachung fordern.

00:43:07: Datenverlust vor Identitätsklau.

00:43:10: Diese berechtigten Ängste werden wir auch in dem Sinne nutzen zu sagen ne das wollen wir nicht!

00:43:14: Wir wollen andere Modelle, wir wollen andere Technologien entwickeln und die pushen.

00:43:18: dann kann diese Angst, wie aus meiner Sicht total berechtigt ist eine sehr positiven Effekt haben.

00:43:24: Vielen Dank dass du noch kurz die Politische Komponente, warum dein Buchtitel zu entleihen?

00:43:31: Keine KI ist auch keine Lösung.

00:43:32: Wie schafft man das jetzt politisch in der Technologie vielleicht in Richtung eines Einsatzes zum Wohle der Gesellschaft zu steuern die wir hier gar nicht entwickeln und wo wir eigentlich global gerade nicht mithalten können?

00:43:46: Naja erst mal müssen wir den Wettbewerb auch in Europa trotz alledem aufnehmen und wir dürfen halt nicht weiterhin so naiv.

00:43:57: Es entwickelt sich jetzt alles weiter, Digitalisierung ist super.

00:44:00: Eigentlich brauchen wir gar keine Regeln, sondern wir müssen einfach die Chancen nutzen, die da sind.

00:44:06: Sondern wir müssen natürlich in den Bereichen staatlich auch ganz anders regulieren und eingreifen.

00:44:11: Ich glaube es ist überhaupt nicht anders funktionieren wird denn ich sage mal Wir sind ja ein Land beispielsweise was beim Thema Open Source Völlig anderen Weg mittlerweile geht als andere und hoffentlich armen das auch Menschen nach.

00:44:26: Wir haben uns komplett frei von amerikanischen, chinesischen Produkten in unserem Land gemacht keine Microsoft-Produkte mehr in der Landesverwaltung sondern haben alles auf Open Source umgestellt.

00:44:40: Das sind wieder so diese Dinge die man dann erklären muss nicht für jede Mitarbeiterin.

00:44:46: sofort hat es für Begeisterungsstürme gesorgt Aber wir haben eben gesagt, dass unsere Daten souverän sind.

00:44:53: Wir wollen nicht das andere darauf zugreifen von denen wir nicht wissen ob sie es immer und zu allen Zeiten gut mit uns meinen.

00:45:00: Und ich glaube, so muss man an alle Dinge rangehen.

00:45:03: Ich meine die Tech-Konzerne, Social Media ... Ich weiß das nicht überall bei jungen Menschen so wahnsinnig beliebt ist aber ich bin total dafür dass wir Social media für unter sechzehnjährige nicht mehr zugänglich machen.

00:45:19: Nicht weil ich nicht möchte, dass unsere jungen menschen diese Chancen auch von Digitalisierung nicht nutzen können.

00:45:25: Aber solange wir eine so unregulierte Ressourcer haben, wo wir keine Kontrolle haben.

00:45:34: Weil die Algorithmen haben, die ich sage mal jungen Menschen Dinge zeigen, die sie auf gar keinen Fall in diesem Lebensalter einsortieren können.

00:45:44: Worüber schwerste Mobbing?

00:45:46: Ich brauche das ja alles gar nicht aufzählen aber sowas ist eine so enorme Belastung und da müssen wir als Staat einfach auch gegen steuern!

00:45:52: Ich weiß dass Argument wird immer gesagt Ja kann man das alles ausschließen und junge Leute finden am Ende immer Lücken.

00:46:00: Ja, das mag so sein.

00:46:02: Aber heute ist es so dass man seinen Kindern gar nicht mehr das vorenthalten kann weil man ja heute Außenseiter ist wenn bei diesen Dingen nicht mit dabei ist.

00:46:11: Deswegen haben wir hier auch eine staatliche Schutzfunktion und dürfen die nicht unreguliert überlassen.

00:46:17: Und deswegen bin ich auch für eine Digitalabgabe, damit sie sich an der Finanzierung unseres Staatsbesens beteiligen und sich keinen schlanken Fuß machen.

00:46:27: Ich bin ehrlich gesagt sogar für eine Klarnamenpflicht.

00:46:30: Ich weiß da wird immer ein bisschen das diskutiert nach dem Motto kann der Staat dann sozusagen auch gegen jemanden vorgehen aber wie sie hier unterwegs sind, dass Menschen nicht anonymisiert Hass und Hetze auch in diesen Bereichen betreiben dürfen.

00:46:47: Und deswegen glaube ich es hilft alles nichts.

00:46:49: wir müssen hier stärker auch wieder die Kontrolle gewinnen.

00:46:53: Wir müssen sicherlich auch technologisch wieder parallel erfolgreicher werden.

00:46:57: aber Ich glaube wirklich das wir da extrem konsequent auch in unserem Land werden müssen gerade um Kinder- und Jugendliche vernünftig zu schützen.

00:47:07: Wunderbar!

00:47:08: Wir haben keine Zeit mehr.

00:47:10: Wir machen deswegen eine kurze Schlussrunde.

00:47:12: Wir sitzen in Fünfern beim Vatrakant Festival wieder in dieser Runde und die Couches werden auch noch da sein, aber das Gebäude hier nicht mehr anyway.

00:47:23: Über welches Thema, worüber wir uns gerade Sorgen gemacht haben, werden wir uns dann keine Sorgen mehr machen müssen weil es bis dahin gelöst ist.

00:47:31: Jeder darf eine Sache nennen über die wir gerade diskutiert haben wo's wirklich realistisch ist dass wir dieses Problem in fünf Jahren gelöst haben.

00:47:42: Wenn wir über technologische Lösungen sprechen, da können wir uns einfach sicher sein.

00:47:47: Die werden wieder neue Probleme mit sich bringen.

00:47:49: Also dieses Glauben an Wir haben jetzt die eine Lösung.

00:47:52: Ich

00:47:53: wollte gerade den Turn ins Positive.

00:47:56: Jetzt kommt der turn ins positive.

00:47:58: zu wissen Okay, wir haben jetzt wie eine Lösung aber das wird auch nicht die letzte sein.

00:48:02: Da werden noch Neue kommen müssen und das Problem ist nicht zu Ende gedacht, es wird uns wieder einholen.

00:48:08: Und da wird es neue Generationen geben die sich daran abarbeiten werden und insofern ist das was wir jetzt hier machen die bestmöglichste Lösung im Hier-und-Jetzt aber sie wird hoffentlich besser werden wenn wir sehen uns das nächste mal auf die Füße fällt wäre dass der positive Tür ist weil die Probleme werden nicht weggehen

00:48:22: zumindest nicht ganz negativ.

00:48:23: ja

00:48:25: ich bin ja Politiker deswegen generalisiere ich lieber.

00:48:30: Aber ich würde wirklich mir wünschen eigentlich bei allen Problemen, die wir miteinander diskutieren immer den Glauben haben dass wir das auch lösen können und dass wir mal wieder die Kraft in unserem Land finden uns nicht an den Dingen zu erfreuen in denen wir schlecht sind.

00:48:46: Da reden wir nämlich nur noch darüber und haben deswegen auch so schlechte Laune sondern es gibt viele Gründe dafür warum man eigentlich doch sehr glücklich sein kann an dem Ort zu leben, an dem wir leben.

00:48:57: Ich meine hier in Schleswig-Holstein direkt am Wasser, Land zwischen den Wehren.

00:49:01: Beste klimatische Bedingungen!

00:49:04: in relativem Wohlstand, ich meine Deutschland riecht man sich schon darüber auf wenn mal ein paar Tage am Stück regnet wie viele Menschen in der Welt wären glücklich über einen Regentag den sie nicht erlebt haben.

00:49:15: Aber jetzt nehmen wir besser?

00:49:16: Ja aber ich finde wirklich dass wir einfach mal bisschen mit Demut an die Dinge rangehen sollten.

00:49:21: dann werden nämlich die Herausforderungen auch ein bisschen lösbarer für einen selbst und dann geht man nicht mit so einer Stimmung daran und sagt sowieso alles schlecht.

00:49:29: jetzt geht es noch weiter den Bach runter.

00:49:32: So haben wir noch nie Krisen bewältigt, sondern mit Optimismus.

00:49:35: Zukunftsglauben, Ärmel hochkrempeln und alle müssen stückweit mit anpacken.

00:49:39: Ich glaube dann gibt es kein Problem was wir in unserem Land nicht gelöst bekommen.

00:49:43: Super!

00:49:44: Und da darfst du uns noch eins draufsetzen?

00:49:46: Ja In fünf Jahren diskutieren wir nicht mehr darüber, ob man junge Menschen wirklich so systematisch einbeziehen muss und zwar entweder weil die jungen Menschen so laut geworden sind in Themen, die sie beschäftigen dass man das nicht mehr überhören kann oder nicht?

00:50:03: mein Lieblingsszenario.

00:50:04: Weil die Landtagswahlen teilweise gerade bei jungen menschen zeigen, dass es so den Bach runtergeht, dass man wirklich sich an die Nase fasst und sagt da müssen wir auch präventiv was machen und nicht erst eigentlich wenn das Kind in Brunnen gefallen ist überall oder weil wir unsere Verfassungsbeschwerde gewonnen haben und einfach wissen, dass das verfassungsrecht ist auch generationengerechte Klimapolitik oder Bildungspolitik zu machen.

00:50:25: Sehr gut!

00:50:26: Herzlichen Dank an euch alle drei.

00:50:33: Da waren glaube ich viele gute Gedanken dabei die wir jetzt noch beim Rest des Festivals vertiefen können und viel Spaß dabei noch.

00:50:40: Wir müssen die Bühne räumen.

00:50:41: Ich glaube hier geht es gleich weiter.

00:50:42: Herzlichen dank.

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