SFTF #5 Werden wir durch KI alle zur Ein-Person-Agentur? Mit Dr. Doris Weßels, Moritz Larsen und Gerrit Derkowski

Shownotes

In dieser Podcast-Episode diskutieren Professorin Dr. Doris Weßels, Moritz Larsen und der Journalist Gerrit Derkowski über die Auswirkungen und Möglichkeiten von KI-basierten Schreibtools wie Chat GPT. Die Diskussion findet auf der Bühne des Waterkant Festivals 2023 statt und beleuchtet verschiedene Aspekte der KI-Nutzung in der Arbeitswelt und im Bildungsbereich.

Die Experten diskutieren, ob wir alle zu Ein-Personen-Agenturen werden könnten, indem KI uns in den Firmen so viel Arbeit abnimmt, dass jeder sein eigenes Ding machen kann und die KI den Schreibkram regelt. Sie sprechen auch über die Herausforderungen und Möglichkeiten, die sich aus der Nutzung von KI ergeben, und wie wir uns auf eine Zukunft vorbereiten können, in der KI eine immer größere Rolle spielt.

Professorin Dr. Doris Weßels betont die Bedeutung der KI im Bildungsbereich und wie sie ihre Studierenden ermutigt, KI-Tools produktiv zu nutzen und berufliche Chancen daraus zu schaffen. Sie spricht auch über die Notwendigkeit, das Bildungssystem an die Veränderungen anzupassen, die durch KI verursacht werden.

Moritz Larsen, Projektmitarbeiter im Bereich akademisches Schreiben, diskutiert, wie man mit KI seine berufliche Zukunft plant und Karriere macht. Er spricht auch über die Notwendigkeit, klare Regeln und Leitplanken für die Nutzung von KI zu entwickeln.

Gerrit Derkowski, Journalist und Fernsehmoderator, moderiert die Diskussion und bringt seine eigenen Bedenken und Perspektiven in die Diskussion ein. Er spricht über die möglichen Auswirkungen der KI auf seinen eigenen Beruf und die Medienbranche im Allgemeinen.

Insgesamt bietet diese Podcast-Episode einen tiefen Einblick in die aktuellen Diskussionen und Überlegungen rund um die Nutzung von KI in verschiedenen Bereichen unserer Gesellschaft. Sie bietet wertvolle Einblicke für jeden, der sich für die Auswirkungen der KI auf unsere Arbeitswelt und unser Bildungssystem interessiert.

Mehr zum Waterkant Festival: www.waterkant.sh

Transkript anzeigen

Herzlich willkommen zum allerletzten Panel hier auf der Stage One.

Was wäre, wenn wir als eine Personenagentur Karriere machen könnten?

Klingt ziemlich verlockend, oder?

Wir freuen uns riesig, dass wir heute so absolute Knallergäste hier auf der Bühne haben und zwar begrüßen möchte ich jetzt Professor Doktor Doris Wessels.

Sie ist Professorin für Wirtschaftsinformatik und Expertin zu KI-basierten Schreibtools wie Chat GPT.

Derzeit ist sie in allen relevanten deutschen Medien zu sehen und setzt sich dafür ein, dass ihre Studierenden KI-Tools produktiv nutzen und berufliche Chancen daraus entstehen können.

Einmal einen großen Applaus für Professor Doktor Doris Wessels.

Dann wird sie heute noch verstärkt durch Moritz Larsen, Projektmitarbeiter akademisches Schreiben, Studierend im Zeitalter künstlicher Intelligenz bei FU Zentrum FHKiel GmbH.

Er beschäftigt sich damit, wie man mit KI seine berufliche Zukunft plant und Karriere machen kann.

Auch einen großen Applaus einmal für Moritz.

Und wir freuen uns riesig, dass dieses Panel moderiert wird von dem Journalist, Fernsehmoderator Gerrit Derkowski, den ein oder anderen kennt ihr sicher aus dem NDR oder der Tagesschau.

Herzlich willkommen und ganz viel Spaß.

Dankeschön.

Ja, der NDR ist ja Medienpartner dieses Mal beim Watercunt Festival und als man mich gefragt hat, ob ich die Moderation hier übernehmen möchte, habe ich natürlich gerne und sofort ja gesagt.

Das ist ja wirklich was Tolles, wenn man hier über das Gelände geht.

Also was das Watercunt Festival hier in den letzten Jahren aufgebracht hat, das ist ja wirklich was ganz Tolles.

So bunt, so viele interessierte junge Menschen, das hat irgendwie was Spielerisches, es hat aber auch eine unglaubliche Atmosphäre von Neugier, von Dingen, die man hier lernen kann, also eine unglaubliche Vielfalt.

Ich glaube, dass es auch an die Organisatoren des Watercunt Festival schon mal einen Eingangsapplaus wert finde ich.

Vielen Dank.

Und wir wollen jetzt über die künstliche Intelligenz diskutieren.

Ich halte mich mal an der Schlagzeile fest, an der Überschrift, werden wir alle zur Ein-Personen-Agentur.

Wenn ich das sozusagen jetzt mal ganz persönlich auf mich übertrage, habe ich eigentlich eher die Sorge, dass ich zur Null-Personen-Agentur werde, weil künstliche Intelligenz im Grunde genommen meinen Job schon komplett übernehmen könnte.

Es gibt schon Avatare, die moderieren von irgendeiner ferngesteuerten Tastatur, tippen irgendwelche Menschen Fragen, Gedanken ein.

Der Avatar kann das mit meiner Stimme und mit meiner Gestik dann übertragen auf der Bühne.

Eigentlich bin ich bald überflüssig oder bin ich dazu pessimistisch, Frau Wessels?

Ich glaube, dass wir Kunden oder Rezipienten, Zuhörer, Zuschauer entscheiden werden, was wir sehen wollen.

Und ich glaube, dass es eher eine Chance ist für den Journalismus, nämlich man kann jetzt Qualitätsjournalismus sichtbar zeigen.

Da kann ein Herr Darkowski sagen, ich bin es wirklich live und ich bin kein Avatar und meine Texte, die man hier liest, die man hier hört, die ich hier spreche, die stammen aus meiner Feder.

Zumindest habe ich sie mit viel Verantwortungsbewusstsein, mit meiner gesamten Expertise produziert.

Sie werden sicherlich auch diese Werkzeuge einsetzen.

Ich glaube, das werden wir alle kurz- oder mittelfristig.

Aber aus meiner Sicht ist dieses Qualitätssiegel, was man dann geben kann, was man dann aber auch deutlich zeigen muss, eher eine Chance, sich ganz klar zu differenzieren von dem, was voll automatisiert und ohne letzten Qualitätscheck von irgendwelchen KI-Automaten rausgehauen wurde.

Aber es sind ja ganz viele Menschen, die sich jetzt im Moment bei dieser Diskussion, die gerade läuft, fragen, was kommt da jetzt auf uns zu?

Und da kriegt man erstmal ein ungutes Gefühl, weil niemand weiß, was kommt.

Ist diese Sorge, vielleicht auch sogar diese Existenzangst zum Teil, ist die unberechtigt?

Also ich glaube, das zieht so ein bisschen auf die Schreckens-Zukunftsszenarien ab, die wir jetzt teilweise schon gehört haben.

Also KI bringt den Weltuntergang so in die Richtung.

Aber es ist ja, glaube ich, eine Frage der eben dieser Zukunft, dieser Ungewissheit, in was für einer Zukunft wollen wir eigentlich leben?

Und auch das, was du gerade meintest, wir als Rezipienten entscheiden, ob wir das jetzt gut finden oder nicht.

Und ich denke, dass es halt noch eben offen, Zukunft ist per se offen und dadurch aber eben auch gestaltbar.

Und ich glaube, das ist jetzt halt so dieser Punkt, an dem wir uns so entscheiden müssen oder an dem es uns klar werden muss, so dass das ist eine mögliche Zukunft, in die das gehen kann.

Aber wir müssen uns die Frage stellen, ist das die Zukunft, die wir haben wollen?

Und das können wir jetzt so hier heute nicht sagen und planen, sondern das sind Aushaltungsprozesse, die jetzt stattfinden müssen und auch, ich denke, stattfinden werden.

Wollen wir mal hier ein paar Szenarien entwerfen, wie es denn in Zukunft weitergehen könnte?

Ein-Person-Agentur, wird es die tatsächlich bald vermehrt geben, dass die künstliche Intelligenz uns in den Firmen so viel Arbeit abnimmt, dass jeder im Grunde genommen sein eigenes Ding machen kann und die künstliche Intelligenz regelt sozusagen den Schreibtischkram?

Ich denke, das ist ja auch wieder eine Frage der Hergestellung.

Wie wollen wir KI integrieren?

Es ist ja so die Frage, wollen wir, okay, KI übernimmt jetzt einfach alles und wir müssen gar nichts mehr tun.

Das wäre eine Möglichkeit, aber was passiert denn dann?

Also, das ist so die Frage, haben wir dann überhaupt noch die Kontrolle?

Haben wir da überhaupt noch eine Verfügung darüber, was dort passiert, über die Qualität, was dort eben am Ende bei rauskommt?

Und ich glaube...

Sind wir denn noch an dem Punkt, an dem wir das steuern und kontrollieren können, was wir in Zukunft wollen?

Oder ist die Büchse der Pandora eigentlich schon so weit geöffnet, dass wir die Kontrolle schon verloren haben?

Also, ich vertrete die Meinung, dass wir das noch kontrollieren können, weil sonst ist es halt so eine Zukunftsaussicht, die sehr, sehr pessimistisch ist und ich will lieber irgendwie optimistisch in die Zukunft blicken und denken, okay, ja, es ist noch gestaltbar, auch wenn jetzt möglicherweise die Büchse der Pandora geöffnet ist.

Aber vielleicht können wir das Monster dann auch noch irgendwie zähmen in dem Sinne.

Also, ohne Optimismus könnten Sie natürlich nicht arbeiten, Frau Wessel.

Sie ermuntern ja auch Ihre Studierenden, KI zu benutzen, auch Chet-GPT zu benutzen.

Welche Erfahrungen haben Sie denn da gemacht bisher?

Die Erfahrungen mit Chet-GPT...

Im Moment konzentriert sich ja die Diskussion ganz extrem auf nur Chet-GPT, so als wäre das das einzige Werkzeug.

Und wir haben uns, Moritz und viele weitere Mitstreiter, wir haben uns jahrelang schon mit KI-gestützten Schreibwerkzeugen beschäftigt und zwar klar, dass wenn man mit solchen Werkzeugen schreibt und diese Tools benutzt, dass das ein ganz neuer Schreibprozess ist.

Das heißt, Mensch und Maschine schreibt, lasse mich inspirieren durch das, was dieser Textgenerator mir produziert.

Manches übernehme ich, manches verwerfe ich und das ist eine neue Erfahrung, da muss man sich erst mal gewöhnen und das mit den Studierenden gemeinsam auszuprobieren und zu diskutieren, was macht das eigentlich mit uns?

Wollen wir das eigentlich?

So eine Frage, wie identifiziere ich mich dann eigentlich noch mit dem Text, der auf diese Art und Weise entstanden ist?

Das sind Fragen, die wir, die sich früher nicht stellten und die wir jetzt diskutieren und jetzt müssen wir unser Bildungssystem anpassen an einen Change, der in seinen Auswirkungen durchaus heftig ist.

Und wenn man das weiter durchdenkt, ist das auch nicht nur auf den Bildungsbereich beschränkt, sondern das ist im privaten Bereich ein großes Thema, das ist im Beruf ein großes Thema.

Wir sind, ich bemühe immer so ein Beispiel ganz gerne, weil ich gedacht habe, ja es ist jetzt so, als wäre ich Leiterin einer Schreibfabrik.

Also jeder von uns, weil demnächst wird das bei Microsoft Word mit drin sein, in allen Textverarbeitungssystemen.

Wir sind auf Mal Leiterin und Managerin einer Schreibfabrik.

Wir haben aber auch noch eine Bildfabrik, die wir managen.

Wir haben noch eine Musikfabrik, eine Videofabrik.

Also wir sind so auf Mal in so einer Produzentenrolle.

Ja und was geht damit einher, dass wir auf Mal so Manager und hoffentlich verantwortliche Produzenten und Produzentinnen sind?

Das ist eine völlig neue Rolle, die für uns fremd ist und das müssen wir lernen.

Man sollte vielleicht auch noch dazu sagen, dass ihr KI-Projekt an der FH Kiel, das gab es ja auch schon lange bevor ChatGPT auf den Markt gekommen ist, aber das hat jetzt natürlich noch mal für ordentlich Schub gesorgt.

Also wie merken Sie jetzt den Unterschied zu vorher, seit es ChatGPT gibt?

Das ist wirklich so, als hätte man den Schalter umgelegt.

Also wir haben, Moritz kann das bestätigen und auch viele, zehn Mitstreiter, wir haben uns vor wenigen Monaten noch intensiv darum bemühen müssen, dass irgendjemand dieses Thema wahrnimmt und haben mäßiges Interesse geerntet, so als sei das eine komische Geschichte und das liegt daran, dass man das gar nicht verstehen konnte, weil es die Vorstellungskraft von vielen, die diese Tools nicht benutzt haben, die die gar nicht kannten, hat es gesprengt und dann haben wir immer gemerkt in den Workshops, wenn man die Menschen da ranführt und sie einmal selber die Taste drücken und einmal selber quasi Schreibfabrik produziert, in dem Moment macht es Klick und in dem Moment begreift es jeder und dann wird diskutiert und ChatGPT, weil es kostenlos war, sehr einfach sich da zu registrieren war, nicht mit irgendwie Technikkrams überfrachtet war, man musste kein Nerd sein, es machte Spaß, es kamen sie quasi über Weihnachten über uns, alle Zeit ein bisschen rumzuspielen, ja und dann ging es ab wie eine Rakete und in dem Moment wurde der Schalter für uns umgelegt und wir wurden so was von überrannt, bis heute, dass wir uns vor Anfragen nicht halten können.

Und das haben wir auch in den Anmeldungen zu unseren Schreibwerkstätten gemerkt, also am Anfang war es, das Thema war noch nicht so bekannt und wir hatten noch nicht so viele Anmeldungen, ich glaube in der vorletzten Schreibwerkstatt, die wir durchgeführt hatten, an der FH, da hatten wir so acht Studierende und jetzt bei der letzten Schreibwerkstatt, da waren dann irgendwie über 40 Anmeldungen, wir konnten nur 30 zulassen, also es ist eben auch bei Studierenden ein wichtiges Thema und da war auch diese Motivation, sich damit eben auseinanderzusetzen, also danach wurde dann auch noch gefragt, wann ist die Fortsetzungsveranstaltung, ich möchte jetzt noch tiefer in dieses Thema einsteigen, also wir sehen da auch gerade bei jungen Leuten und da würde ich mich jetzt auch noch zuzählen, sehen wir noch auf jeden Fall eine Motivation, sich auch damit konkret auseinanderzusetzen und das auszuprobieren und wirklich da praktisch dann auch mit zu arbeiten und daran auch erst durch diese praktische Auseinandersetzung ja zu sehen, okay ist es jetzt gut, ist es nicht gut, hilft mir das beim Schreiben oder was passiert damit eigentlich mit mir und also dass durch die Auseinandersetzung eben diese Reflexion auch dann stattfindet.

Also mir leuchtet ein, dass man sich damit auseinandersetzen muss, wenn man die Auswirkungen der KI auf das Arbeitsleben erforschen will, das ist ja ganz klar, aber welche Leitplanken ziehen Sie denn ein, alle Welt redet ja darüber, wie kontrollieren wir das Zeug, was haben Sie da für sich entschieden und ist das so eine Vertrauensbasis dann auch, dass man sich daran hält oder ist Schummelei im Grunde genommen dann inbegriffen?

Also ich glaube, dass das große Problem, was wir jetzt zurzeit auch an den Hochschulen noch haben, ist eben diese fehlenden einheitlichen Regeln, die wir dort haben wollen.

Ich glaube, du bist ja auch in dem Prozess noch mehr involviert, was das angeht, aber das ist auch das, was die Studierenden sich dann fragen, darf ich das jetzt einsetzen oder darf ich das nicht einsetzen, wie muss ich das kennzeichnen eigentlich, muss ich das wie ein Zitat kennzeichnen, wird das anders gekennzeichnet, wird es in den Hilfsmitteln aufgeführt und das sind, ja es gibt einige Hochschulen, die haben Verbote ausgesprochen, es gibt einige Hochschulen, die sagen, das müssen die Lehrenden dann alle je nach Anwendungsfall spezifisch entscheiden, ob man jetzt Chat-GPT oder weitere KI-Tools einsetzen darf und ich glaube, da brauchen wir irgendwie so einen gewissen Konsens, wie wir das machen und das geht auch, glaube ich, durch Aushandeln, dann irgendwie, wie wollen wir das denn haben, aber genau, ich habe jetzt keine konkreten Regelungen genannt.

Haben Sie denn diesen Konsens oder sind Sie noch auf der Suche?

Ich würde sagen, wir sind noch auf der Suche da.

Wie gestaltet sich diese Suche?

Eben durch diesen Austausch dann irgendwie, also das ist noch schwer, also wir haben ja so viele verschiedene Akteurinnen und Akteure da drin und da halt irgendwie so einen, ja den Konsens zu finden ist, denke ich, noch schwer und da habe ich jetzt auch nicht so das Patentrezept, um das zu finden.

Kann man sich noch so viel Zeit lassen mit der Suche nach einem Konsens, wie man damit umgehen will?

Ich glaube, die Zeit läuft uns davon, oder?

Also ich glaube, wenn man jetzt so eine ganz harte Maßnahme ergreifen würde, dann würde man jetzt alle deutschen Hochschulleitungen und alle deutschen Schulleiter, Schulleiterinnen, die würde man in so ein KI-Bootcamp holen, alle hierher und dann machen wir mal drei Stunden, lernen wir diese Tools kennen und danach, glaube ich, wäre das bei allen angekommen.

Dann hätten die das alle live erlebt, die hätten das auch akzeptiert, das ist dann real existierend und sie hätten für sich gemerkt, was das so macht und dann würde das losgehen, das treibt das Gehirn auf Höchstgeschwindigkeit und die würden auch untereinander diskutieren, sich abstimmen und dann hätten wir einen ganz schnellen Push und dann würde das auch top-down runtersacken und dann gäbe es auch klare Regelungen.

Ich habe heute in einem anderen Vortrag vorgestellt, was finnische Hochschulen gemacht haben.

Die haben am 25.

Januar glasklare Regelungen kommuniziert und verabschiedet.

Die erste Regel ist, der Einsatz dieser Tools ist selbstverständlich erlaubt.

Dann habe ich gar keine Schummelproblematik, denn das Schummelproblem ist ja hausgemacht, weil wir so naiv und eigentlich auch blöd sind, das zu verbieten, was man eigentlich gar nicht verbieten kann.

Das heißt, die erste Regel ist erstmal erlauben, das bedeutet aber auch, dass wir Anpassungen im System machen müssen.

Du musst als Lehrender und Lehrende checken, wie muss dein Modul, dein Schulfach zukünftig gestaltet sein, welche Aufgaben machen Sinn, welche machen keinen Sinn mehr, wie motivierst du deine Lehrenden mit welchen Themen und man muss natürlich auch über die Prüfung nachdenken, welche machen zukünftig noch Sinn und welche müssen angepasst werden.

Das haben zum Beispiel die finnischen Hochschulen, sicherlich nicht alle, aber da gab es Vorreiter, das hat mich sprachlos.

Ich fand das großartig und hätte mir gewünscht, dass wir in Deutschland auch etwas schneller reagiert hätten.

Das Tool ist ja am 30.11. über uns gekommen.

Das heißt, wir reden jetzt ein halbes Jahr später immer noch, so als sei es gestern passiert und wir total verwirrt, oh Gott, was machen wir?

Traurig eigentlich, die Häbigkeit des Systems.

Wir haben ja, wenn wir das jetzt mal auf die staatliche Ebene hieven, vorgestern glaube ich war es, da hat das EU-Parlament entschieden, Regulierungen einzuführen.

Im Kern heißt es, so eine Kategorisierung, je höher das Risiko, das von einer KI-Anwendung ausgeht, desto strenger die Auflagen.

Bestimmte Dinge sind ganz verboten, wie zum Beispiel die Echtzeitgesichtserkennung im öffentlichen Raum.

Sie haben sich das sicherlich auch angeschaut, was da beschlossen worden ist.

Sind das so Leitplanken, mit denen man tatsächlich was anfangen kann, die auch was bringen?

Das ist ein ausgesprochen schwieriges Thema, denn man hat sich mit der Regulierung von KI seit Jahren beschäftigt.

Das war eine Zeit vor GPT und man hat damals gedacht, man bildet Risikoklassen, so vier Stück, also ich glaube, anfangs waren es sogar nur drei, dann hat man so vier Schubläden aufgemacht und gesagt, wenn du besonders gefährlich bist, nicht zu kontrollieren, verboten und dann wurde das immer so runtergestuft.

Das kann man sich so bei Autos, finde ich, ganz gut vorstellen, dass man sagt, so teilautonom, kriegt die und die Auflagen, ist nicht so gefährlich, vollautonom, da müssen auch ganz andere Qualitätsstandards gelten und diese Struktur passte sozusagen für alte klassische KI-Systeme.

Und dann kam so ein Tausendsassa daher und das sind diese generativen KI-Sprachmodelle, da kann man gar nicht sagen, wofür man das alles einsetzen kann und die sind so multifunktional und viele Anwendungsbereiche kennen wir, können wir noch gar nicht so genau nennen.

Das heißt, das passt in diese Denke, in diese Schubladenstruktur gar nicht rein und deshalb wird es da Sonderregelungen geben und das ist wirklich heikel.

Wie kontrolliert man das?

Und da sind in der gesamten Kette ja ganz viele Akteure beteiligt.

Das sind diejenigen, die Microsofts oder Open AIs und Googles der Welt, die bauen diese ganz großen Modelle.

Dann gibt es wieder eine nächste Gruppe, die passt das so ein bisschen an, an ihre eigenen Bedürfnisse, dann wird das von anderen integriert in irgendwelche Softwareprodukte, von anderen wird es verbunden mit anderen Elementen und dann entsteht so in dieser gesamten Wertschöpfungskette entstehen sehr komplexe Strukturen, die einhergehen damit, dass es auch immer wieder neue Geschäftsmodelle gibt und das ist in einem quasi täglichen Flow und in einer täglichen Bewegung und das jetzt regulieren zu wollen, wohl wissend, dass wenn so eine Regulierung dann auf dem Tisch steht, vor allem diskutiert und verabschiedet ist, bis die dann implementiert ist und greift, dauert es ja vielleicht auch wieder ein Jahr oder noch länger und in der Zeit wird wieder so viel passieren, dass vermutlich diese Regulierung dann immer hinterher hängt.

Das heißt, unsere politischen Systeme sind aufgrund der Prozessdurchlaufzeiten, die wir so benötigen, für den Diskurs, für die Abstimmung, für die Finalisierung, bis es dann greift, passend von der Geschwindigkeit überhaupt nicht mehr zu dem, was wir im Technologiefeld erleben.

Es haben ja, ich glaube Ende Mai war es, verschiedene Konzernchefs von KI-Firmen, also die Entwickler, einen Aufruf unterzeichnet, lasst uns jetzt gesetzlich die Weiterentwicklung stoppen, damit wir uns für ein paar Monate in Ruhe überlegen können, welche Leitplanken, welche Regeln wir da einziehen können.

Ja, aber ich glaube, dieser Aufruf als solcher ist eigentlich ohne Wirkung geblieben und im Gegenteil, es ist eigentlich sogar ein bisschen belächelt worden, weil manche es auch für einen PR-Gag hielten.

Wie sehen Sie das?

Also der erste Aufruf, da war federführend auch Elon Musk mit dabei, und da kann man ihm, wenn man möchte, darunter stellen, dass es okay ist, den vorherrschenden Firma in der Branche Open AI erstmal auszubremsen, um sein eigenes Modell dann zu entwickeln.

Ich glaube, da wurde auch Truth-GPT jetzt so als das wahre oder das wahrhaftige GPT-Modell, was dann dort entwickelt werden soll.

Aber es gab jetzt ja nochmal ein zweites Statement, also diese zweite, ich glaube, das waren nur drei Zeilen insgesamt, also nur wenige Wörter, und da sehen wir ja, dass wir nicht nur die Konzernchefs und die Entwickler da haben, sondern auch führende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die das mit unterzeichnet haben.

Und jetzt ist halt die Frage, wie wollen wir damit umgehen, oder was bedeutet das jetzt für mich als Einzelperson, wenn ich sehe, okay, die Leute, die sich damit tagtäglich beschäftigen, die Expertinnen und Experten da drin sind, wenn die so etwas unterzeichnen, was für ein Signal sendet das eigentlich an mich auch als Einzelperson, wie soll ich damit jetzt umgehen?

Und ich denke, das sind halt so verschiedene Zeiträume der Risiken, also wenn man sich das vermeintliche existenzielle Risiko von KI anschaut, das ist, glaube ich, nicht etwas, was morgen passiert oder übermorgen, sondern das ist eher so ein sehr langfristiges Risiko.

Aber wir haben auch noch andere mittelfristige und kurzfristige Risiken, so etwas wie die Halluzination in den Sprachmodellen, also dass wir dort Fakten oder eben keine Fakten generiert bekommen, die aber so wirken, als wenn es Fakten wären, und das sind, glaube ich, unterschiedliche Arten und Fokussierungen der Risikenzeiträume, die wir dann dort sehen, und dass man sich so etwas auch verdeutlichen muss, welche Motivation steht dahinter eigentlich dann in dem Fall.

So etwas auch zu hinterfragen, wer unterzeichnet das, wieso, das ist, glaube ich, auch sehr komplex, was die Beweggründe dann dort sind, und ich kann mir vorstellen, dass das auch aufgrund des Medienhypes, das ist ja etwas, das klickt gut quasi, KI sorgt für den Weltuntergang, und dass man da irgendwie versucht, auch nochmal einen Schritt zurück zu gehen, wenn es möglich ist, für sich selber, und um sich damit irgendwie anders auseinanderzusetzen und sich jetzt nicht so davon überwältigen zu lassen.

Und ich löcher hier Sie die ganze Zeit mit meinem Pessimismus, dabei wollen Sie doch eigentlich viel mehr über die Chancen reden, Sie beide, ich weiß es, wir kommen auch gleich nochmal ein bisschen eingehen, darauf zu sprechen, aber eine weitere Stufe möchte ich noch zünden, in meinem Pessimismus, weil es ja auch noch eine Studie der Universität Oxford gibt, das war auch erst vor kurzem, und diese Studie kommt zum Ergebnis, dass sehr wahrscheinlich, also nicht nur möglicherweise, ich setze mir extra meine Brille auf, um das korrekt zu zitieren, dass sehr wahrscheinlich irgendwann die künstliche Intelligenz den Menschen austricksen wird, und dass das dann zur Auslöschung der Menschheit führen kann.

Wie gehen wir mit so einem Zukunftsszenario um?

Wir haben jetzt schon gehört, wir sind diejenigen, die selbst bestimmen müssen, wie wir damit umgehen wollen, aber wenn ich das so höre von der Uni Oxford, die ja vielleicht nicht gerade unter dem Verdacht steht, jetzt populistische Studien zu betreiben, dann macht mich das unruhig, muss ich ganz ehrlich sagen.

Halten Sie solche Szenarien für völlig übertrieben?

Ich habe das auch gelesen und ich kann da Moritz nur beipflichten.

Erstmal lenkt das natürlich die Aufmerksamkeit auf das Thema, das lenkt die Aufmerksamkeit auf die Unterzeichner solcher Schreiben, in dem Fall auch die Aufmerksamkeit auf Forschende der Uni Oxford und dem Netzwerk dort, und man muss dann auch immer die Motivation hinterfragen, was steckt dahinter, wollen die nur sensibilisieren, also würde ich sagen, das ist okay, uns zu sensibilisieren, aber uns in Untergangsszenarien zu stürzen, würde ich sagen, dann feiern wir heute Abend die letzte Party hier, dann ist das Vatakan ein ganz furioser Abschied von uns, von der Bühne, das ist es sicherlich nicht, und man muss versuchen, das ein bisschen rationaler zu analysieren.

Und es gibt so wunderbare Gedankenspiele.

Ist es denn vorstellbar, wenn die Super-KI's dieser Welt über uns kommen, dass es da nur eine KI gibt, wird es da nicht so ein Battle der verschiedenen KI's geben, und bekriegen die sich da nicht unter einen, also wenn man jetzt in solchen Szenarien ist, fand ich auch eine sehr interessante Diskussion, ob das wahrscheinlich ist.

Eine KI macht uns Menschen Platz, sind die so doof, gibt es da nicht mehrere, und gehen die da nicht gegeneinander vor, und man versucht dann die eine die andere sozusagen schachmatt zu setzen und hier auszubremsen.

Also es sind alles so Zukunftsszenarien, und das hat Moritz auch betont, die wir natürlich auch mitgestalten.

Also das hat sich noch nicht verselbstständigt, und theoretisch vorstellbar ist alles mögliche, aber wir müssen jetzt einfach schnell in die Gestaltung kommen, wir müssen schnell die wirklichen Risiken analysieren, und diese Risiken werden wir auch nicht minimieren können, sondern die müssen wir handeln können, die müssen wir beherrschbar halten.

Und dazu ist so diese Aufklärung, dass wir halbwegs verstehen, wie diese Technologie tickt.

Das ist ja so so so wichtig, und das müssen wir deutlich deutlich forcieren.

Wir sind ja nicht wirklich diskursfähig, weil jeder hat so ein bisschen was gehört, und jeder hat so ein Gefühl dafür, wir haben alle Science-Fiction-Filme gesehen, und da mischt sich dann alles Mögliche in diese Diskussion.

Also wir brauchen wirklich so eine Art Grutkurs dieser Technologie für alle, und ich glaube, dann hätten Sie schon viele Diskussionen übrig.

Und auch genau daran anschließend, auch dieses Sprachliche, wir sagen immer die KI mit KI, Karriere mit KI, die KI wird uns irgendwie in den Untergrund oder ins Verderben stürzen, und was meinen wir eigentlich damit, wenn wir sagen die KI, und da ist es glaube ich auch zu gucken, was kann KI, was bedeutet KI eigentlich, also wenn wir das so als Überbegriff, als Disziplinbegriff betrachten, und da drin das maschinelle Lernen sehen, also das wird dann dort immer eher tiefer, und genau dieses Rationalere dann, weil mit künstlicher Intelligenz sind so viele Ideen, Erwartungen, Verheißungen verbunden, und jeder hat da vielleicht unterschiedliche Ideen, was das bedeutet.

Ja, dann lassen Sie uns darüber reden.

Was ist KI eigentlich genau?

Vielleicht können Sie es ein bisschen erklären, in einem Moment, denn ich möchte einmal kurz ins Publikum fragen, ob es sozusagen zu dem Kulturpessimismus, auf dem ich jetzt hier die ganze Zeit rumgeritten bin, es noch spezielle Fragen gibt, oder ob wir jetzt zu dem Thema, was ist KI, und die Chancen noch ein bisschen weitergehender zu sprechen kommen.

Ich bitte um Handzeichen, wenn jemand eine Frage hat, und wenn dem nicht so ist, können Sie das in ein paar Sätzen erklären, Frau Wessels?

Was ist künstliche Intelligenz eigentlich?

Ich wollte nach seinem Statement schon gerade ergänzen, ein kleines Problem hatten wir von Anfang an, wir haben keine gemeinsame Definition von KI, die gibt es nicht.

Und das ist eben auch ein Problem in dieser Diskussion, wir reden über so ein Fassi-Thema, KI, was jeder Idee wieder anders interpretiert, und wenn wir weltweit keine halbwegs einheitliche Definition haben, dann ist diese Diskussion wirklich sehr schwer zu führen, und das ist in diesen Zeiten, dann kommt das alles on top dazu, dass der eine dies meint, der andere meint das, und gleichzeitig entwickeln sich auch diese Ausprägungen in den jeweiligen Kategorien, die entwickeln sich dann auch noch ständig, sodass man das in den Definitionen quasi auch noch immer wieder anpassen müsste.

Aber es ist letztlich so ein menschenähnliches Verhalten, was Software-Systeme zeigen, und es ist nicht nur Software, es ist eigentlich auch in Verbindung mit Hardware inzwischen zu sehen, also wenn wir so humanoide Roboter erleben, wir haben hier vorne, war ja so ein kleiner Servier-Roboter, also diese Kameraden werden kürzer auch reden können, und so kommunikativer sein, heute kannst du mit denen ja nicht so wirklich reden, das heißt, es verbindet sich auch ganz stark Software mit Hardware, und dann haben wir humanoide Roboter, mit denen wir dann wunderbar reden können, und von daher ist tatsächlich diese Definitionsproblematik eine Grundproblematik in den Diskussionen.

Man sagt ja, KI, das sind eigentlich nur mathematische Algorithmen.

Das sagen zumindest die Abwiegler, glaube ich.

Aber man weiß ja eben auch, dass die künstliche Intelligenz, insbesondere zum Beispiel die vierte Version von Chez Chibi, die jetzt mal in der Lage ist zu lügen, da kommt das jetzt ja...

Also bei dem habe ich jetzt keine Angst, der sieht so lieb aus, das ist der Gastro-Roboter, der hier rumfährt ums Gelände, den können Sie jetzt hier nicht sehen, den sehen wir da hinten auf dem Gang.

Worauf ich stehen geblieben bin, ja, bei den mathematischen Algorithmen, das sagen eben die Abwiegler, aber sie ist halt auch in der Lage zu lügen.

Sie kann menschliche Wesenszüge halt annehmen, das ist erwiesen, oder?

Lügen verfolgt ja auch eine gewisse Absicht, würde ich jetzt mal sagen, und ich glaube nicht, dass aktuell diese Sprachmodelle die Absicht haben, zu lügen, also da würde ich dem Sprachmodell ja ein gewisses Bewusstsein unterstellen, mich bewusst täuschen zu wollen.

Es gab, glaube ich, bei der Entwicklung von Chez Chibi T4, gab es tatsächlich wohl diesen Vorfall, dass die Software eine Aufgabe bekommen hatte, etwas im Internet zu recherchieren und musste dann an so ein Capture-Bildrätsel ran.

Das sind diese Bilder, die man dann anklicken muss als User, um zu beweisen, dass man kein Roboter ist.

Das konnte Chez Chibi T4 nicht und hat deswegen bei einer Agentur angefragt, ob das nicht dort jemand erledigen könnte.

Und derjenige ist offensichtlich misstrauisch geworden, hat gesagt, ja, wer bist denn du?

Was willst du von mir?

Und dann hat Chez Chibi T4 nur gesagt, ich bin ein sehbehinderter Mensch, ich kann das Capture-Rätsel nicht lösen, mach du das bitte für mich.

Ja, okay, wenn das so ist, dann mache ich das, alles klar.

Also hat klar gelogen, das Ding.

Die Frage ist, ob die Geschichte wirklich stimmt.

Ob die Geschichte stimmt, ist eine zweite Frage.

Vielleicht ist die Geschichte von künstlicher Intelligenz in die Welt gesetzt worden, ich weiß es nicht.

Schöne Story.

Sollte ich so zugetragen haben, kann man dazu nur sagen.

Sie glauben es nicht.

Ich finde die Geschichte zu schön, also die wirkt auf mich konstruiert.

Die ist großartig und ich habe sie mit Amusement gelesen, aber ich traue dem Bart nicht.

Aber Sie kannten sie schon, die Geschichte.

Und würden Sie eher ins Reich der Fabel verweisen?

Da können so Teile wahr sein, aber es wird zumindest zusammen gepuzzelt.

Vielleicht so ins Reich der Möglichkeiten.

Aber dann ist ja auch wieder die Frage, wer hat den Anschub gegeben da in dem Fall?

Also diese Frage, jetzt schicke ich das Sprachmodell los und sage, du hast eine Aufgabe, oder hier ist eine Aufgabe, schlag mir schrittweise eine Lösungsstrategie vor.

Und das ist ja auch eine Lösungsstrategie, die aus den Trainingsdaten gelernt wurde.

Also so etwas in der Art, eine ähnliche Lösungsstrategie oder ähnliche Konzepte waren in den Trainingsdaten und wurden jetzt neu zusammengesetzt in dem Fall.

Und dass wir dann wirklich diese, ich glaube, das müsste dann in dem Fall so ein Agent sein, der losgeht quasi ins Internet und diese Aufgaben dann versucht umzusetzen.

Ich glaube immer noch nicht, dass da auch ein Bewusstsein hinter ist, um zu sagen, jetzt bewusst zu täuschen dann in dem Fall.

Ich glaube, da war wahrscheinlich so ein Prompt, so nennt man das, da ist so eine Eingabe drin, ich generiere mir x Ideen, damit ich, auch wenn ich nicht mit diesen Captures umgehen kann, trotzdem irgendwie an die Informationen rankomme.

Dann hat man die Lösungsstrategien gehabt, die schreibt man Chat-GPT zu und dann lässt man das.

Also das wird von Menschen zumindest gesteuert worden sein.

Lasst uns mal, ja?

Mikrofon kommt.

Ich würde nur kurz sagen, können wir nicht auf das Thema kommen?

Mikrofon kommt, dann können es alle hören gleich.

Wollen wir nicht gleich auf das Thema kommen und den Pessimismus mal stecken lassen?

Das wäre nur so mein Ansatz.

Mit der Ein-Personen-Agentur.

Genau, mit KI werden wir alle zur Ein-Personen-Agentur.

Mein Gefühl ist, gerade geht es sehr viel um den Pessimismus und das ist ja auch schon hier auf dieser Bibel.

Jetzt ist ja eigentlich noch eine andere Perspektive dran.

Gerne.

Wir hatten es ja gerade eben ganz an den Anfang unserer Diskussion gestellt, werden wir alle zur Ein-Personen-Agentur, wie realistisch ist das?

Sie hatten ja schon ein bisschen was dazu gesagt, vielleicht können Sie es noch ein bisschen näher ausführen, Frau Wessels.

Wie sind die Auswirkungen auf die Arbeitswelt?

Was können Sie uns dazu erzählen?

Dazu gibt es ja Studien, es gibt Untersuchungen.

Es gibt zum Beispiel, das ist ganz frisch rausgekommen von McKinsey, gestern oder vorgestern, eine große Studie.

Und die besagt, dass wir bis 2045 circa die Hälfte aller Arbeitstätigkeiten automatisiert erledigen lassen können.

Das heißt, ungefähr die Hälfte von dem, was wir heute so machen, die lässt sich durch irgendeine Form der Digitalisierung oder Automatisierung abdecken.

Gab es eine Frage?

Und das merkt man auch, wenn man mit den Werkzeugen arbeitet.

Also vieles, gerade so, wenn man Wissensarbeiter ist, also irgendwas zu Hause am Schreibtisch oder im Büro macht, da erfährt man natürlich vielfältige Unterstützung.

Das bedeutet, dass ich natürlich viel produktiver bin.

Also ich kann durch meine ganzen digitalen Assistenzsysteme, bin ich deutlich produktiver und kann viel, viel mehr Aufgaben übernehmen.

Das heißt, da wo ich vielleicht früher zu dritt gearbeitet habe oder zu zweit gearbeitet habe, kann das im Prinzip jetzt eine Person machen.

Das heißt, wir haben aber auch so eine Verdichtung der Arbeit.

Das wird auch sicherlich, das merkt man auch, das ist anstrengend, das alles zu steuern und zu kontrollieren.

Du musst die ganzen Tools kennen, du musst die Tools richtig einsetzen können, du musst auch die Grenzen und Gefahren der Tools kennen.

Also das erfordert auch eine Menge Know-how von uns.

Aber absehbar bekommen wir deutlich mehr Unterstützung durch diese Systeme.

Und ob wir dann alle in eine One-Man- oder One-Woman-Agentur landen, das wage ich zu bezweifeln, das glaube ich auch nicht.

Aber es gibt, denke ich, so bei Ihnen zum Beispiel, solche Jobs, die werden sich natürlich drastisch verändern, aber da winken dann auch immer wieder neue Chancen.

Da sagt man ja, okay, wir setzen ganz klar einen Gegenpunkt.

Wir sind verantwortungsbewusste Journalisten, Reporter, Moderatoren.

Wir stehen mit unserem Namen für die Qualität von dem, was wir machen.

Und so wird sich vieles verändern.

Und die spannende Frage ist ja, ob durch diese Unterstützung, durch diese Produktivitätssteigerung, durch die Tools, wie viele Arbeitsplätze wirklich wegfallen und wie viele neu dazukommen.

Wir brauchen ja auch ganz neue Rollen und ganz neue Kompetenzen.

Und ob das dann ein Nullsummen-Spiel ist, ob das, was wegfällt, kompensiert wird durch das, was neu dazukommt.

Das ist im Moment die große Frage.

Und die kann ich auch nicht beantworten.

Aber die Hoffnung, also in den letzten Jahrzehnten, also ich habe jetzt 30 Jahre Berufserfahrung, und alle die, die mit mir so in IT-Jobs unterwegs waren, sagen, ja, das ist eine alte Kamelle.

Wie häufig haben wir das schon gehört?

Wie viele Jobs wegfallen durch irgendwelche Arten von Digitalisierung?

Und nichts ist passiert, das hat sich alles verändert, aber es hat sich letztlich alles wieder hingeruckelt.

Wir können es vielleicht nicht beantworten, aber wir können es ein bisschen bebildern.

Wir haben nämlich noch ein ganz nettes Internet-Stück.

Vielleicht kannst du uns das einmal kurz einblenden hier auf unserer Leinwand.

Ich weiß jetzt nicht genau, wo das steht, und ich weiß auch nicht, wer das angebracht hat.

Aber das bringt uns so zu dem Punkt, was kann künstliche Intelligenz und was nicht, wenn es heißt, finish this building.

Soll wohl eine Anspielung darauf sein, ja, Menschen wird es immer geben, die was bauen müssen.

Aber auf der anderen Seite kann künstliche Intelligenz, jetzt vielleicht nicht Chet Chibiti, aber künstliche Intelligenz generell, bestimmt Maschinen bauen und auch programmieren, die dann vielleicht doch das Gebäude fertigstellen, oder?

Also ich glaube, in erster Linie wären das dann Menschen, die die KI programmieren, die dann eben diese Maschinen wiederbauen.

Also dass wir dann dort, nicht dass die KI das wieder selber macht in dem Fall, aber ich finde das auch ganz schön, also diese Art, ja, das mal so ein bisschen aufs Korn zu nehmen.

Ich weiß jetzt nicht, was Impact für eine Firma ist, aber wenn es darum geht, jetzt so handwerkliche Berufe und sowas zu haben, ich glaube auch, das sehen wir auch in den Studien, dass wir eher handwerkliche Berufe sind von dieser Automatisierung, die wir jetzt gerade erleben, oder die wir wahrscheinlich in Zukunft erleben, nicht so betroffen wie Berufe am Schreibtisch.

Und auch wenn wir jetzt zum Beispiel einen Roboter entwickeln könnten, der mithilfe von KI-Verfahren Haare schneiden kann, würde ich glaube ich selber immer noch zum Friseur gehen, eben aufgrund dieser menschlichen Interaktion, die ich dann dort habe, und auch, glaube ich, so Fingerspitzengefühl und Beratungsleistung, glaube ich, die ich dann dort habe.

Also immer noch diese menschliche Komponente, diese soziale Komponente, die finde ich, die sollte schon immer stark sein, und die muss jetzt, glaube ich, noch stärker herausgestellt werden, auch wenn wir jetzt auf den Begriff der Ein-Personen-Agentur noch ein bisschen darauf eingehen, wenn wir jetzt alle nur noch alleine arbeiten mit unseren KI-Tools, ich glaube, dann ist das nicht zielführend, und wir werden da keine guten Produkte letztendlich dann produzieren können oder erarbeiten können, sondern dass wir da eben diesen menschlichen Austausch auch immer noch brauchen, weil aktuell sehen wir bei den Sprachmodellen eben nur Sprache.

Okay, das heißt, es wird multimodal.

Da haben wir noch Bilder, wir haben noch Audio, wir haben Text, aber uns als Menschen, wir haben noch so viel mehr, so viel Erfahrung, die wir dann damit einbringen können, und auch so viele unterschiedliche Fähigkeiten, die wir über Jahre gelernt haben, die auch immer noch wichtig sind, und jetzt nicht auf einmal, weil KI da ist, dass es dann heißt, ja, jetzt brauchen wir das alles nicht mehr, jetzt können wir das diesen KI-Modellen überlassen in dem Fall.

Haben Sie denn eigentlich noch eine ganz konkrete Frage zum Stichwort Arbeitsweltveränderung, weil Sie jetzt gerade eben auch ein bisschen darauf gedrängt haben, dass wir da an der Überschrift bleiben?

Mir geht es generell um das Thema Karriere, wie wird sich das verändern durch die KI, weil es gibt dadurch ja, wir können es nicht aufhalten, es kommt so, und das bringt uns ja auch viele Chancen, und ich wollte gerne auf diesen Aspekt zu sprechen kommen, aber da geht es ja schon genau um dieses Thema, in diese Richtung, und das war mir wichtig zu sagen, lasst uns doch mal da hinspringen.

Aber eine konkrete Frage habe ich jetzt nicht.

Okay, Sie sagten ja gerade Frau Wessels, also hier ist noch eine Frage.

Ja, ich wollte mal irgendwie darauf eingehen, also der Titel der Veranstaltung impliziert ja so ein bisschen, als gäbe es noch gar keine Ein-Personen-Agenturen, stimmt ja nicht.

Also gerade im Bereich der Digitalwirtschaft, der Kreativwirtschaft, gibt es das schon lange, die sogenannten Solo-Selbstständigen, die gerade in der Corona-Pandemie natürlich die Erfahrung gemacht haben, dass die Welt drumherum quasi noch nicht darauf eingestellt ist.

Also es gab und gibt irgendwie keine Programme, die durch die Pandemie gebracht hätten und so weiter und so fort.

Also das, was die von Berufswegen irgendwie alle gemacht haben und können, sich so autark eigentlich wie möglich zu machen, dank KI und Digitalisierung, eben Ein-Personen-Agenturen zu sein, bildet sich in der strukturierten Arbeitswelt und Förderlandschaft und diesen ganzen Geschichten eben einfach nicht ab.

Wie ist eigentlich der Zusammenhang dann, wenn ich sage, okay, ich habe jetzt noch bessere KI-Systeme, also die mich sozusagen technisch noch autarker machen, wie ist die andere Seite denn abgebildet?

Also das heißt, wie kriegen wir das eigentlich hin, dass in der Struktur, also wirklich von Steuern angefangen bis über Förderung, also dieser ganze Bereich, da überhaupt irgendwie hinterherkommt, dass die nämlich schon existierenden neuen Arbeitsplätze, die sich Menschen selbst geschaffen haben, auch ihr Potenzial ausschöpfen können?

Das waren jetzt so ganz viele Fragen oder Aspekte, die du da gerade formuliert hast.

Ich bin bei Steuern, habe ich so ein bisschen, gibt es ganz praktisch, ich hatte tatsächlich, gestern hatten wir zwei Studierende in einer Session, die studieren dual und sind in einer Steuerberaterkanzlei.

Und beschäftigen sich natürlich mit ihrem weiteren beruflichen Werdegang und was macht das mit dir und deinem Beruf, wenn du zukünftig Steuerberater oder Steuerberaterin wirst?

Und natürlich ist im Steuerbereich Digitalisierung und eben auch diese Technologie ein Game Changer oder wird vermutlich ein Game Changer sein, behaupte ich mal.

So, das verändert natürlich das Berufsbild.

Und die Frage war dann, wird es diesen Beruf in der Form zukünftig überhaupt noch geben?

Das bedeutet natürlich, wenn ich das studiere, beschäftige ich mich mit der Frage, macht mein Studium in dieser Spezialisierung, so wie ich das heute studiere, überhaupt noch Sinn?

Oder ist das, was ich da lerne, überhaupt noch wichtig für meinen späteren Beruf?

Und das sind schon, finde ich, sehr, sehr relevante Fragestellungen.

Und gerade dort kann man natürlich mit Automatisierung auch eine Menge reißen.

Also das, was ich im Moment dann so händisch quasi mache oder sehr manuell noch mache, das lässt sich an vielen Stellen natürlich komplett durchautomatisieren.

Und das sind Fragen, die so jede Disziplin für sich, Journalismus haben wir ja schon, also jede Gruppe diskutiert das schon sehr intensiv für sich.

Zum Thema Besteuerung, wie geht man denn damit zukünftig um?

Und da gibt es durchaus Diskussionen, ob man nicht dann auch, wenn man jetzt, nehmen wir mal an, ich hätte eine Fabrik und habe nur noch humanoide Roboter in meiner Produktion, kann man sich im Moment noch nicht vorstellen, aber absehbar, müssen die besteuert werden?

Also wie geht man damit um?

Und da bin ich jetzt überhaupt nicht die Expertin, aber diese Diskussionen, die beginnen so allmählich.

Mir fällt noch ein anderer Bereich ein, beispielsweise die Medizin, weil zum Beispiel so wahnsinnig viele Ärzte, gerade zum Beispiel auch in hochspezialisierten Kliniken, darüber klagen, wir haben wegen der ganzen Bürokratie, die wir erledigen müssen, kaum noch Zeit, richtig zu forschen.

Vielleicht ist das auch so ein Punkt, wo man sagen kann, da liegt wirklich eine große Chance, dass die künstliche Intelligenz den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern was abnehmen kann von dieser Bürokratie, damit die sich dann endlich wieder dem widmen können, wofür sie eigentlich ihren Job gewählt haben.

Wir haben hier noch eine Frage aus dem Publikum, ganz kurz, nur für die Zeit.

Ja, ich finde, wenn ich jetzt mal auf andere Tools gucke, nicht ChatGPT, sondern mit Journey, also eine KI, mit der man auch als Nicht-Grafikdesigner tolle Bilder erzeugen kann, es ist ja eigentlich nur eine andere Art von Kreativität, die damit gefördert oder ermöglicht wird.

Also ich kann jetzt, wenn ich selber nicht gut gestalten kann, muss ich aber trotzdem wahnsinnig viel wissen, um mit Journey gute Bilder zu machen.

Das heißt, ich brauche tolles Wissen über Kunstgeschichte, über wie muss Licht sein, wie muss Farbe sein, um die KI immer noch so zu füttern, dass sie danach auch ein geiles Bild machen kann und kein doofes Bild.

Das heißt, es ist ja immer noch ganz viel Kompetenz gefragt und auch Verbindung im Kopf gefragt, die ich dem Tool mitgeben muss, damit es was Gutes daraus baut.

Und ich sehe da eigentlich eine ganz große Chance, die wir hoffentlich auch nutzen werden, um Dinge, die eigentlich wichtig sind, aber in den letzten Jahrzehnten zunehmend runtergegangen sind, nämlich, wenn wir über Pflege und Krankenhäuser sprechen, dass es eben nicht nur um die Technik und die Forschung geht, sondern dass es tatsächlich auch verdammt noch mal darum geht, Menschen, die da sind, emotional so zu begleiten.

Und das ist doch eine KI, eine tolle Möglichkeit, zu sagen, wir befreien damit Kompetenzen und Kapazitäten von Aufgaben, die eigentlich nicht von Menschen gemacht werden müssen und überlassen oder nutzen die frei werdenden Kapazitäten dafür, eben all das zu machen, was KI nicht kann.

Und das sehe ich als eine ganz große Chance, tatsächlich auch Dinge, die ganz wichtig sind und zurzeit total unterbezahlt werden, wie auch das Handwerk, also jetzt nicht mehr unterbezahlt, aber dass eben Dinge, die Technik nicht kann, auch eine neue Bewertung erfahren.

Und das, glaube ich, ist eine tolle Chance und ich hoffe, dass auch in Deutschland die Politik und die Gesellschaft das nutzen wird.

Ergänzung dazu.

Sehr, sehr wichtige und sehr schöne Aspekte und ich glaube, das ist genau diese Frage der Gestaltung.

Wofür wollen wir KI einsetzen?

So wollen wir das dafür einsetzen, um genau dann solche Sachen zu fördern oder wollen wir das einsetzen, um noch den nächsten Text zu generieren und das nächste Bild zu generieren?

Das sind halt so Fragen der Abwägung, aber auch der Dominanz eigentlich zu überlegen, wer entwickelt eigentlich KI und zu welchem Zweck.

Und ich glaube, dass wir uns solche wünschenswerteren Zukunften dann halt auch irgendwie, ich weiß nicht, wie man das macht, aber dass wir versuchen, sowas dann voranzubringen, also dass wir irgendwie Technologie zum positiven, ethisch vertretbar Gut einsetzen, dann in dem Fall.

Kann man, wenn man jetzt noch mal auf die Arbeitswelt guckt, Sie sagten gerade eben, Frau Wessels, Sie können nicht sagen, wie viele Arbeitsplätze verloren gehen oder wie viele neu entstehen, aber haben Sie so eine Vorstellung davon, was es denn für neue Arbeitsplätze sein könnten, die dadurch entstehen?

Ja, das kann ich mir schon vorstellen.

Also ganz praktisch, man braucht demnächst Menschen, die mit diesen KI-Sprachen, der Entwicklung dieser Sprachmodelle oder dieser KI-Technologien kompetent umgehen können.

Das bedeutet zum Beispiel Trainingsdaten, Aussuch- und Trainingsdaten sozusagen kuratieren, die dann dort reingehen.

Wir brauchen dann das, was schon angesprochen wurde, diejenigen, die prompten können, also die die richtigen Eingaben machen in die bildgenerierenden Systeme, Video, was alles, in allen multimodalen Contentformen.

Also das sind so neue Disziplinen.

Da denken wir auch schon an den Hochschulen rüber nach, ob wir nicht solche Kurse, solche Module anbieten, ein bisschen zu Studiengängen, die sich damit beschäftigen.

Also da entstehen ganz neue Berufsbilder.

Das hat sich in den letzten Jahren eigentlich schon angedeutet.

Aber nehmen wir den Bereich Pflege mal, also da entstehen auch neue Möglichkeiten, die dann auch entsprechend gestaltet werden müssen.

Also technologisch gesehen hätte man dann so einen Humanoiden, so einen Pflegeroboter, aber der muss dann ja auch angepasst werden.

Der muss in die Einrichtung passen, der muss entsprechend, man nennt das sogar customised werden, an die spezifische Einrichtung, die Belange, welche Sprachen soll er sprechen, welches Verhalten soll er zeigen, wo muss man Sicherheitsschranken einbauen.

Also da gibt es ja so, so viele neue Herausforderungen, damit das überhaupt in diesem Umfeld klappt.

Und da braucht man dann wieder eine sehr hohe technische Expertise, aber man braucht eben auch die Empathie.

Man muss sich dann die zu Pflegenden anschauen, mit ihren Bedürfnissen.

Und das sind ja wirklich sehr interdisziplinäre oder transdisziplinäre Kompetenzen, die müssen wir dann auch ausbilden und qualifizieren.

Und wenn du jetzt gerade den Anwendungsfall Pflege angesprochen hast, auch die zu Pflegenden mit integrieren in die Produktgestaltung dann auch in dem Fall.

Weil ich höre teilweise, ich hatte da mit meiner Oma mal drüber gesprochen, und da hatten wir auch über künstliche Intelligenz und Roboter.

Und sie hat immer gesagt, sie findet das eher unheimlich, wie jetzt auch diesen Service-Roboter.

Und dann hatte ich sie mal gefragt, wie müsste das denn eigentlich aussehen?

Und dann meinte sie, ja witzig, irgendwie wie so ein kleiner Zwerg oder irgendwie sowas.

Aber das zeigt dann, okay, wie soll dieses Produkt am Ende gestaltet sein und für wen soll das dann da sein?

Und dann müssen wir auch die Leute eben dann mit in diesen Produktions- oder in diesen Prozess halt integrieren, um zu schauen, dass es dann auch hilfreich ist und auch dann genutzt wird in dem Fall.

Wir sind leider schon über unsere Zeit sogar jetzt.

Unsere Dreiviertelstunde ist längst um.

Trotzdem möchte ich das hier nicht beenden, ohne noch einmal ins Publikum gefragt zu haben, ob noch Fragen da sind zu dem Thema.

Und dann würde ich um Handzeichen bitten.

Ja, noch eine kurze Frage.

Und zwar, wenn wir 2045, hatten wir ja jetzt gehört, wird die Hälfte der Jobs, also wird sich das Ganze verändert haben, sind wir denn dann alle Anwender von KI oder gibt es einen Teil, der Anwender ist von KI und einen anderen Teil, der mit dem ganzen Kram gar nichts zu tun hat?

Wie sehen Sie das?

Die Frage ist wieder, was ist KI?

Nach meinem Eindruck wird das alles, also in irgendeiner Form, sobald wir uns an einen Rechner setzen, sobald wir irgendwo mit Software zu tun haben, wird diese Technologie der generativen Systeme, die wird in irgendeiner Form mit integriert sein.

Das wird nicht überall gleich schnell der Fall sein, aber das wird, nehmen wir hier dieses Gebäude vorher, also nehmen wir Architektur zum Beispiel, nehmen wir diese CAD-Systeme, die solche Objekte, mit denen man als Architekt am Rechner sitzt und solche Gebäude designt oder entwirft.

Natürlich ist da geballte KI-Technologie drin.

Wir werden sicherlich auch bei dem Bau solcher Objekte, dort werden wir auch Baubots oder Bauroboter haben, die so dann in strukturierter Art und Weise Stein auf Stein heben, das gibt es auch schon, solche Technologien.

Das heißt, es wird in allen möglichen Lebensbereichen, und wir haben das eigentlich alle schon, wir haben alle, die ein Smartphone haben, alle, die die Bilder auf ihren Smartphones haben, diese Bilder, die wir haben, die sind deshalb so gut, weil sie KI-optimiert sind.

Wir benutzen WhatsApp, WhatsApp schlägt uns irgendwie schon eine Antwort vor, das ist auch KI.

Wir geben, wenn wir das Handy entblockieren, macht unser, viele Handys eine Gesichtserkennung, das ist auch KI.

Wir geben eine Sprachnachricht ein, auch das ist KI, weil Sprache erkannt wird.

Oder wir lassen uns etwas vorsprechen und hören uns irgendetwas an.

Auch das ist, also das ist eigentlich schon überall mit drin, in unterschiedlichen Ausprägungen, und das setzt sich jetzt weiter fort.

Und Chat-GPT hat so für Aufregung gesorgt, und für so einen Medien, mega Medien-Hype, weil es oftmals so sehr prominent ist, und weil man es auch wirklich für so unglaublich viele Dinge einsetzen kann.

Abschließende Frage dazu von mir, weil Sie sagen, ja, wir werden dieses haben, wir werden jenes haben.

Also das gibt einem eine Vorstellung von dem, was kommt.

Und Sie sagen, ja, auch das ist eine atemberaubende Geschwindigkeit, mit der das im Grunde genommen gerade entwickelt wird.

Wann werden wir denn beispielsweise diese Bauroboter haben?

Werden wir das noch erleben?

Oder kommt das erst in 20 Jahren?

Oder ist es schon in drei Jahren soweit?

Es ist immer so ein Blick in die Glaskugel, ne?

Ja.

Aber das sind natürlich so diese brennenden Fragen, weil wir wissen nicht genau, was kommt.

Also es gibt so Regeln.

Man möchte es natürlich liebend gerne wissen.

Es gibt so Heuristiken, dass wir Menschen dazu neigen, quasi linear zu denken.

Und wenn wir jetzt so einen Trend erleben, dann überschätzen wir die Wirkung auf kurze Sicht.

Aber wir überschätzen die Auswirkung auf lange Sicht.

Das heißt, wir denken so quasi so ganz linear.

Und die Kurve verläuft anders.

Die Kurve geht unten erst unter den Erwartungen lang.

Und dann schnellt sie hoch.

Und dann übersteigt es deutlich unsere Erwartungen, die wir hatten.

Und es ist dann immer die Frage, wo ist so der Peak?

Also was ist jetzt kurzfristig?

Weil wir kurzfristig neigen, das zu überschätzen.

Aber irgendwann geht das dann ab wie Schmidts Katze.

Und dann ist es oberhalb unserer Erwartungen.

Das wissen wir aus früheren Innovationen.

Und kann man so als Heuristik nehmen.

Ich selber habe zum Beispiel bei den autonomen Fahrzeugen, das möchte ich noch mal in Kiel erleben.

Das möchte ich wirklich gerne sehen.

Und da habe ich immer gedacht, diese autonomen Fahrzeuge und diese Technologie, die wird relativ schnell kommen, wird sich schnell verbreiten.

Und das erleben wir in Kiel noch nicht.

Das erleben wir in San Francisco, aber hier noch nicht.

Und da finde ich es mega spannend, also wann wir da in diese Kurve kommen, wo es dann deutlich schneller aufwärts geht.

Es bleibt spannend.

Jetzt schon, Frau Wessels.

Vielen Dank für diese spannenden Einblicke.

Natürlich wissen wir nicht, was die nächsten Jahre uns bringen.

Das ist klar.

Aber diese Blicke in die Glaskugel, die Sie beide uns serviert haben, die waren auf jeden Fall hochspannend.

Dankeschön für diese Einblicke in Ihre Arbeit.

Und danke für die Einschätzungen.

Das war der Talk zur künstlichen Intelligenz hier auf Stage One.

Vielen Dank für das Interesse.

Und noch weiterhin ein schönes Festival, schönes Wochenende und natürlich eine schöne Kieler Woche.

Copyright WDR 2021 Danke schön.

Vielen Dank.

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